Einfach mal so …

Am heutigen Tage möchte ich, unabhängig jedweder Literaturvorgabe, meine persönlichen Schreibtipps zum Besten geben.

1. Spreche mit deinem Material

Das mag sich erstmal merkwürdig lesen. Wie oder wieso sollte man mit einem Thema “sprechen” oder – womit überhaupt soll man sprechen?

Relativ verständlich ist dieser Vorschlag bei Figuren. Man hat also Figur x,y und z und an mancher Stelle weiß man nicht, wieso sie dies oder das tun – oder: was sie überhaupt tun.

Fragt sie! Redet mit ihnen! Schreibt mit ihnen!

Es gibt die Möglichkeit, einen Steckbrief auszufüllen. Das Internet ist voller Vorschäge (Steckbrief Figur, Charakterisierung), aber ich glaube, das ist nur eine und vielleicht sogar eine “schlechte” Variante, um herauszubekommen, was und wer und wie die Figur eigentlich ist.

Ich mag Interviews. Eigene Fragen, geschriebene Antworten – die ich mir “selbst” gebe, durch die Figur. Kommt viel bei rum, finde ich. Wobei es immer noch eine Weile dauert.

Aber gerade wenn man vielleicht noch nicht in der Lage ist, seine Figuren in einen Steckbrief zu “stecken”, sollte man sich vielleicht einfach mal mit ihnen unterhalten – auf schriftlicher Ebene.

2. Sex

Wie sähe – für Dich persönlich – die beste Liebesnacht Deines Lebens aus? Was müsste passieren? Wer müsste dabei sein und wie würde “man” vorgehen?

Ich finde, um die Rhythmik und Spannung einer guten Geschichte zu eruieren – um diese herauszubekommen – sollte man sich “back to the roots” aufmachen und darüber nachdenken – und nachschreiben – wie eine perfekte Liebesnacht auszusehen hätte.

Das mag auf den ersten Blick wenig mit “der Geschichte” zu tun haben, aber – hey – subcontious it has! Oder anders gesagt: im Unbewussten wird das seine Wirkung tun.

Womit wir schon bei Punkt 3. wären:

3. Esoterik

Es gibt, laut Freud, sowas wie das Unbewusste. Nichts in den großen Romanen ist dem Zufall überlassen. Alles, was dort geschrieben steht, und sei es nur die stupide Beschreibung einer Vase, hat etwas mit unserem Unbewussten zu tun. Mag sein, dass es auch den ein oder anderen Autoren gibt, der sich da nicht 100% drauf verlässt. Aber grundsätzlich gilt: wenn z.B. von einer “Tür” die Rede ist, dann ist das immer eine Möglichkeit, neue Wege zu beschreiten.

Oder wenn von “Tunneln” oder “Höhlen” geschrieben wird: hier sind reinkarnierende Kräfte am Werk! (Reinkarnation = Wiedergeburt; oder im übertragenen Sinn auch einfach: ein Neuanfang).

4. Musik

Schreiben, in letzer Konsequenz, ist meiner Meinung nach Musik. Oder “wie” Musik.

Um sich dessen zu behelfen, kann es sinnvoll sein  – aber das ist eine Typfrage – beim Schreiben Musik zu hören. Diese muss gar nicht mal zum Thema passen, solange sie den Vibe des Themas zu transportieren vermag.

Also: hört Musik und schreibt!

Nun zum letzten und wichtigsten Punkt:

5. Schreiben

Wer schreiben will, sollte schreiben. Ich habe festgestellt, dass es eigentlich egal ist, was geschrieben wird. Z.B. mein Blog hat schon sehr viel in mir ausgelöst … vielleicht auch die Gegebenheit, dass ich durch den Blog viel lese (das als Tipp 5.1. Lesen ist superwichtig), was andere Blogger so schreiben.

Das war es für heute. Morgen gibt es was über den Kaktus. Versprochen.

Beste Grüße und bis bald

Runa

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7 thoughts on “Einfach mal so …

  1. Als ich noch mehr kreatives Schreiben betrieben habe, habe ich es mit meinen Figuren auch so gemacht, dass ich sie wie reale Personen betrachtet habe. Dann schlichen sich Gedanken ein wie, was würde xy jetzt in dieser Situation machen oder dazu sagen. Klingt ein bisschen abgefahren, aber – meiner Meinung nach – müssen sie im Kopf schon real sein, um dann auf dem Papier wenigstens echt zu wirken.

    Bis auf Punkt 2 kann ich allem nur zustimmen. Vor allem deinen Worten darüber, dass nichts dem Zufall überlassen ist. Mindestens sollte es so sein. Wenn eine Tür beschrieben wird, dann muss sie auch ein wichtiges Element der Geschichte sein. Sonst füllt sie nur Zeilen und viele Füller machen einen Text langweilig.

    Das Nachdenken über die perfekte Liebesnacht wäre bei mir jedoch kontraproduktiv. Das hielte mich bestimmt über kurz oder lang vom Schreiben ab, aber es würde sicherlich meinen Freund freuen.. 😉

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    1. Danke für deinen ausführlichen Kommentar, liebe Corinna! Ja, die Liebesnacht … 🙂 – Ist so zu verstehen, dass man “sowas” auch mal geschrieben haben sollte, um dem eigenen Schreibfluss (Stichwort (Ent)spannung) auf den Grund zu gehen.

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      1. Ah, in diesem Fall muss man sagen, dass ein Schreibender sogar über die Liebe in ihren Ausprägungen zu schreiben verpflichtet ist. Als wesentlicher Bestandteil des Lebens gehört sie unbedingt dazu: die perfekte Liebesnacht, die unperfekte, die überfließende, die unerfüllte Liebe … letztlich lässt sich vielleicht sogar jeder Text auf die eine oder andere Art von Liebe zurückführen. 🙂

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