Der Stil und seine Mittel (1) – Welches Kleid passt meiner Geschichte?

Bei Mode geht es darum Sachen zu tragen, die einem stehen. (Vivienne Westwood)

Heute geht es um Mode. Es geht um Stil. Es geht ums Schreiben.

Die letzten Tage und Wochen habe ich mich mit Stilmitteln beschäftigt.

Unzählige gibt es! Seit Menschengedenken! Erstmals schriftlich festgehalten in der Antike. Z.B. in der Poetik von Aristoteles oder später von Cicero in De Oratore (Über den Redner).

Grundsätzlich habe ich festgestellt, dass  die meisten literarische Hüpfer heutzutage nicht mehr en vouge sind. Zumindest fallen sie kaum auf. Das heißt, die “Schreibmode” scheint zur Zeit eher “schlicht” zu sein, kurze Prägnanz, einfache Sätze, wenig Schmuck und Gepränge.

Nichtsdestotrotz habe ich gemerkt, dass die feinen Kniffe stilistischer Art Verschiedenes vermögen, sofern sie nicht inflationär eingesetzt werden.

Stil wirkt also noch heute.

Der geneigte Autor muss also “nur noch” die richtigen Klamotten für seine Figuren, Sprache und Werk finden – et voilá! Sieht gleich viel besser aus.

Viele Seiten im Internet informieren über Stilmittel, gut finde ich diese hier:

http://www.wort-satz-buch.de/wichtige-rhetorische-stilmittel-deutsch-liste/

Dort sind die 38 wichtigsten Mittel aufgelistet, ganz kurz und knapp.

Sehr ausführlich, weil weiterverlinkend, ist das gute alte Wikipedia. Fast jede der rhetorischen Figuren hat ihren eigenen Wikipedia Eintrag. Man könnte sich wochenlang damit beschäftigen.

https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_rhetorischer_Stilmittel

In beiden Fällen und insgesamt betrachtet fehlen mir allerdings Überlegungen dazu, wann und vor allem zu welchen Zweck die Stilfiguren eingesetzt werden sollen.

Auch dazu habe ich geforscht/mir Gedanken gemacht und kam zu dem Schluss:

Es gibt kein Patentrezept für Stilmittel.

Es muss genau geprüft werden, wie sich das Mittel auf den Inhalt (und andersherum) auswirkt. Anders gesagt: jeder Geschichte steht was anderes. Solange es gut aussieht, ist alles erlaubt. Und es gibt sogar Modedesigner, die behaupten, dass es “geschmacklos” sein muss, um großartig zu sein.

Viel Spaß beim Ausprobieren!

Eure Runa

 

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