Verschlossen

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„Du?“ Venus machte große Augen.

„Ja“, schniefte Amor. „Und ich dachte, du verstehst das alles nicht und deswegen haben ich dich mit Adonis verkuppelt …“

„Du warst das?“

Amor nickte und schnäuzte sich die Nase.

„Weißt du, auf der Waldlichtung … ich … ach, es tut mir leid!“

„Adonis ist das Beste, was mir seit langem wiederfahren ist. Er ist jung und stark und unermüdlich.“ Venus erhob sich und lief neben dem Bett auf und ab. „Oh Cupido, sie wird dafür büßen und wenn es das letzte ist, was ich tu!“

„Aber Ma …“ Am liebsten hätte Amor sich die Ohren zugehalten, aber der Schmerz in seiner Schulter war unerträglich. Scheinbar war Adonis ein toller Liebhaber, aber Venus übersah das Wesentliche.  Wahrscheinlich machte Liebe blind und taub, schloss Amor. Anders konnte er sich nicht erklären, warum seine Mutter so ruhig blieb angesichts seines Geständnisses.

Wobei, ruhig war sie ganz und gar nicht.

„Diese Psyche, das ist ein ganz hinterlistiges Ding. Ich hätte dich nicht mit dem Auftrag alleine lassen sollen. So viel ist mir jetzt klar. Man darf sie nicht unterschätzen, dieses Biest …“

„Was hast du denn jetzt vor?“ Amor richtete sich noch einmal auf, doch die Erschöpfung lag wie Blei in seinen Knochen.

„Du wirst schon sehen“, sagte Venus. „Auf jeden Fall bleibst du erstmal hier, nicht dass du noch auf dumme Gedanken kommst.“

Venus hielt ihm einen goldenen Schlüssel vor die Nase. Das letzte, was Amor hörte, war das Drehen des Schlüssels im Schloss zu seinem Zimmer. Venus hatte ihn eingesperrt. Wieder einmal.

 

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10 Gedanken zu “Verschlossen

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