The last king / Der letzte König

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Wanderer above the Sea

By Caspar David Friedrich – The photographic reproduction was done by Cybershot800i. (Diff), Public Domain, Link

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The last king

Once upon a time, there was a king who ruled over a beautiful and great empire. But he was annoyed because there were around him six other kingdoms, dominated by great and beautiful kings, who did everything else than he did. Moreover, he found that there were far too many subjects in all, and since the subjects moved into a different empire from some areas, whether to work or because they liked the smell of the air, this king decided: only his own subjects should go well, only his subjects were worth living a beautiful life and they should be ruled by him as the only king in the whole territory of the seven kingdoms.

The king sent out his messengers, and they proclaimed the message on every square in every city. But since there were also people from the other realms, or because a paper was lost, or because the wind simply carried the words with it, the kings of the other realms also heard that a king intended to become the greatest and only ruler of the entire territory.
Annoyed, they talked with their consultants.
“We won’t put up with that!”, said ones.
“If we do nothing, we will lose!”, said others.
One came and said, “He who does not fight can still negotiate.”
But then everyone said, “He who does not fight has already lost.”

And so they quickly agreed, especially since every king could count on the support of his population, which suddenly began to surpass each other in the design of arms. The smithies burned, glowing iron hissed in cold waters, the hammers hammered incessantly, and smoke rose into the skies.

The wise counselor, however, began to form a network of advisors working in various kingdoms. And he managed to persuade the advisers of the kings to negotiate as long as they were not yet fighting. Thus, for several years, the advisers held the kings back, while the knights and warlords armed and at the same time sold the weapons among themselves.

“We need this war machine, for others have that”, said the one.
“If we do nothing, we will lose!”, said others.
One came and said, “We must be first, otherwise we will be last.”
And all said, “Nothing ventured, nothing gained!”

This happened in the royal house of the king, who once ruled over a beautiful and great empire whose sky was now covered with smoke-black clouds.
And scarcely had he dismissed the machinery of death from her cage, she sprang over the seven realms, and ate all that was alive. The flowers, the bees, the bushes – and the people.
And when she had grinded everything, she was still hungry and returned to the king, knowing that there were some leftovers.
In one night, she devoured all the subjects of the seventh kingdom, the last counselors, and the entire royal family.
She only spared the king, for she bowed to his desire, which had given her such a rich feast.

Since then the king has ruled alone.

 

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Der letzte König

Es war einmal ein König, der herrschte über ein schönes und großes Reich. Doch er ärgerte sich, weil es um ihn herum sechs andere Reiche gab, die von großen und schönen Königen beherrscht wurden, die alles anders machten als er. Außerdem fand er, dass es insgesamt viel zu viele Untertanen gab, und da aus manchen Gebieten die Untertanen in ein anderes Reich wanderten, sei es, um zu arbeiten oder weil sie die Luft dort lieber rochen, beschloss dieser König, dass es eigentlich nur seinen Untertanen richtig gut gehen sollte, dass nur seine Untertanen es wert waren, ein schönes Leben zu führen und dass sie es wären, die er als einziger König auf dem gesamten Gebiet der sieben Reiche beherrschen würde.
Der König ließ seine Boten ausreiten und diese verkündeten die Botschaft auf jedem Marktplatz in jeder Stadt. Doch da es dort auch Menschen aus den anderen Reichen gab, oder weil ein Papier verlustig ging, oder auch, weil der Wind die Worte einfach mit sich trug, hörten auch die Könige der anderen Reiche, dass ein König beabsichtigte, der größte und einzige König des gesamten Gebiets zu werden und sie sprachen mit ihren Beratern.
“Wir können uns das nicht bieten lassen”, sagten die Einen.
“Wenn wir nichts tun, dann werden wir verlieren!”, sagten die Anderen.
Einer kam daher und sagte: “Wer nicht kämpft, kann noch verhandeln.”
Doch dann sagten alle: “Wer nicht kämpft, hat schon verloren.”

Und so wurden sie sich schnell einig, zumal ein jeder König mit dem Rückhalt in seiner Bevölkerung rechnen konnte, die auf einmal anfing, sich in der Gestaltung von Waffen gegenseitig zu übertreffen. Die Schmiedefeuer brannten, glühende Eisen zischten in kalten Wassern, die Hammer hämmerten unaufhörlich und Rauch stieg zum Himmel empor.

Der kluge Berater aber begann, ein Netz aus Beratern zu bilden, die in den verschiedenen Königreichen arbeiten. Und er schaffte es, die Berater der Könige davon zu überzeugen, dass man noch verhandeln könne, solange man noch nicht kämpfe. So geschah es und über mehrere Jahre hielten die Berater die Könige zurück, während sich zeitgleich die Ritter und Kriegsherren rüsteten und die Waffen untereinander verkauften.

“Wir brauchen diese Todesmaschine, denn die anderen haben jene”, sagten die Einen.
“Wenn wir nichts tun, dann werden wir verlieren!”, sagten die Anderen.
Einer kam daher und sagte: “Wir müssen die Ersten sein, ansonsten sind wir die letzten!”
Und alle sagten: “Wer nicht wagt, der nicht gewinnt!”

Dies geschah im Königshaus des besagten Königs, der einst über ein schönes und großes Reich herrschte, dessen Himmel nun von rauchgeschwärzten Wolken verhangen war.
Und kaum hatte er die Todesmaschinerie aus ihrem Käfig entlassen, da sprang sie über die sechs Reiche hinweg und aß alles auf, was lebendig war. Die Blumen, die Bienen, die Büsche – und die Menschen.
Und als nachdem sie alles abgegrast hatte, war sie noch immer hungrig und kehre zurück zum König, wohlwissend, dass es dort noch etwas zu essen gab.
Dann fraß sie in nur einer Nacht all die Untertanen des siebten Reiches, die letzten Berater und die gesamte königliche Familie.
Nur den König verschonte sie, denn sie verneigte sich vor seinem Wunsch, der ihr ein so reiches Festmahl beschert hatte.

Seitdem herrscht der König allein.

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