Von Hexen und Heiden

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Hallo ihr Lieben!

Mit „Amors Abenteuern“ geht es voran und nun möchte ich mich heute mal mit einem gänzlich anderen  -oder vielleicht doch nicht so andersartigem ? – Thema zu Wort melden.

Es ist kein Geheimnis, ich lebe in Berlin und vielleicht kommt es mir nur so vor, aber gerade hier gibt es wirklich eine ganze Menge paganer oder neureligiöser Gruppierungen. Sehr wenige davon sind der rechten Szene zuzuordnen, womit ich selbstverständlich nichts zu tun haben will. Der Großteil besteht aus netten, sympathischen und sensiblen Menschen, die ihre Spiritualität, sich selbst und das Leben (wieder) entdecken.

Zum Teil treibt das kuriose Blüten, aber ich denke mir, solange es keinem weh tut, warum nicht? Zum Beispiel hier, eine World Consciousness Ceremony am Breitscheidplatz. Nichts weniger als die Rettung der Menschheit steht auf dem Spiel.

Ich mag Magie, das Unbewusste und alles, was un- oder nur schwer erklärbar ist, seitdem ich denken kann. Ich finde es schön, dass es mittlerweile so viele Menschen gibt, bei denen ich mich zu großen Teilen wiederfinden und denen ich mich im Großen und Ganzen anschließen mag. Eine gewisse Skepsis ist immer dabei, aber – wie gesagt – mir persönlich gibt es viel, beispielsweise an einem Frauenkreis teilzunehmen, der gar nicht so verstaubt ist, wie es das Wort vielleicht im ersten Moment anmuten lässt.

Viele Angebote in dieser Hinsicht sind völlig kostenlos und werden privat organisiert. Wer darüber mehr erfahren möchte, kann mir gerne eine PN auf runa.phaino@gmail.com schicken oder einen Kommentar hier hinterlassen. Vielleicht landet ihr dann ja sogar mal bei mir im Wohnzimmer? Spätestens, wenn ich anfange, von meinen Geschichten zu erzählen, wird auf jeden Fall klar sein, dass ich diejenige bin, welche. 😉

Nicht zuletzt – und damit schließe ich den Bogen zum Anfang des Ganzen – beeinflusst mein (magisches) Denken natürlich auch mein Schreiben. Je mehr ich mich für diese andere Welt öffne, die ich schon immer in mir gespürt habe, desto stärker wirkt sie auch in den Buchstaben, die mir aus den Fingern trappeln.

Hier mal ein paar Homepages, die ich für brauchbar halte, für alle, die evtl. auch so einen Ruf in sich spüren …

http://paganes-leben-berlin.de/

http://www.gypsiemama.com/de/

https://tempeldersophia.wordpress.com/

 

Herzliche Grüße

Eure

Runa Phaino

 

 

Grüße vom Balkon

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Hallo ihr Lieben!

Dieses Mal erhaltet ihr viele Grüße von Rosa, von ihrem „Heimat-Balkon“. (Wer genau hinsieht kann sie finden!)

Zurzeit bin ich nicht ganz so produktiv, was dieses Blog anbelangt, aber umso mehr, was meine Erzählung, bzw. den Kurzroman „Das Herzmärchen der Spinnerin“ betrifft. Die Geschichte liegt in den letzten Zügen – und diese sind bekanntlich die schwersten.

Wenn ihr also in den nächsten Tagen (Wochen?) nichts von mir hört:

ich arbeite fleißig. 🙂

Denn ich werde meine erste Geschichte bald veröffentlichen. Vielleicht eher, vielleicht später. Spätestens aber am 28. September.

Denn dann ist Vollmond + Mondfinsternis noch dazu!

(Ich bin ein wenig abergläubisch.)

Möglicherweise wird auch schon eher was draus. Und da gab es ja auch noch den angekündigten Fortsetzungsroman. Hm.

Die Geschichte, an der ich gerade arbeite (ich schrieb es bereits), kann ich nicht so einfach loslassen. Da bin ich Perfektionistin. Es ist ein „Herzmärchen“. Mit Herzblut geschrieben. – Und das tut immer ein bisschen weh.

Seid also geduldig, bleibt geduldig – bald ist es soweit!

Und dann kommt auch wieder mehr von mir!

Beste Grüße

Eure

Runa

PS. Allerdings werdet ihr demnächst noch einmal bezüglich des Covers befragt. Ich kann mich einfach nicht entscheiden! 😀

Der Stil und seine Mittel (2) – Ein lustiger Gesell´

Die Mode ist das, wodurch das Phantastische für einen Augenblick allgemein wird. (Oscar Wilde) 

DAS BÁTHOS

Zugegeben, es kommt nicht ganz so stark daher wie seine großen Freunde, Sarkasmus, Ironie, Zynismus. Es ist auch nicht ganz so widerspenstig wie ein Oxymoron, nicht ganz so gegensätzlich wie eine Antithese. In seinem Namen aber schwing Pathos mit, Leidenschaft und Kraft, die allerdings -seinem Namen nach – in der Tiefe bleiben.

βάθος ist altgriechisch und bedeutet „Tiefe“.

Die rhetorische Figur nutzt man, wenn in einem Satz ein hoher „Wert“ einem niedrigen „Wert“ gegenüber gestellt wird. Dieser hohe Wert kann sowohl etwas „Positives“ oder „Negatives“ sein.

Beispiele

„Bei dem Sturz habe ich mir den Oberschenkel gebrochen und mir ist ein Haar ausgefallen.“

Dieses Báthos besteht aus dem Bruch des Oberschenkels und dem Ausfallen des Haares. Es findet sich sowohl auf syntaktischer Ebene (beides sind Akkusativ Objekte), als auch auf inhaltlicher Ebene. Ein Bruch ist „höher“ (in diesem Falle „schlimmer“ als das Ausfallen eines einzelnen Haares). Daher ist dieses Báthos sogar ein doppeltes Stilmittel, wenn man so will, denn hier liegt auch eine parallele Konstruktion (siehe „mir“ = Dativ) auf syntaktischer Ebene vor. Ein Parallelismus. Ein kleiner.

„Das Unwetter zerstörte das gesamte Dorf und auf unserem Hof wurde ein Vogelnest aus der Regenrinne geweht.“

Báthos inhaltlich, syntaktisch nicht 100% ausgeführt. Denn „das Dorf“ ist Akkusativ (wen/was?), „ein Vogelnest“ (aufgrund des Passivs) Subjekt und damit Nominativ.

„Er liebte sie von ganzem Herzen und betrog sie nur selten.“

Syntaktisch sind hier die Verben am Werk. Unter der Annahme, dass „Liebe“ etwas sehr Hohes ist und damit einen Betrug ausschließt, wird diesem hohen Wert ein extrem niedriger Wert, „Betrug“, gegenüber gestellt.

„Ich bin wirklich sehr kleinlich und extrem genau. Meistens.“

Dieses Báthos funktioniert nur auf inhaltlicher Ebene. Es schließt sich aus, „meistens“ „sehr kleinlich“ und „extrem genau“ zu sein. Entweder man ist es oder eben nicht.

„Das Phantastische wird für einen Augenblick allgemein.“

„Das Phantastische“, ein hoher, ideeller Wert – wird hier inhaltlich „allgemein“. Ebenfalls ein Báthos, wenn mich nicht alles täuscht.

Zur Funktion und Verwendung

Das Báthos ist ein wunderschönes Stilmittel, wie ich finde. Ich meine auch, es in verschiedenen, insbesondere humorvollen Texten schon (unbewusst) gelesen zu haben. Möglicherweise ist es daher sogar „modern“.

Das Báthos macht Texte oder/und Figuren interessant, überraschend und „locker“. Man spürt die leise Ironie in diesen leicht widersprüchlichen Aussagen. Irgendetwas wird nicht ganz ernst genommen. Oder meinen der Text/die Figur vielleicht doch ernst, was sie sagen?

Der Leser wird ein wenig an der Nase herumgeführt, denn er weiß nicht recht „Was soll das eigentlich?“. Das verwirrt und macht – im besten Fall-  neugierig auf mehr.

Beste Grüße

Eure

Runa

PS. Wie ich eingangs erwähnte, ist die Verwendung von Stilmitteln eine sehr individuelle Angelegenheit.

https://lehmofen.wordpress.com/2015/07/11/der-stil-und-seine-mittel-1-welches-kleid-passt-meiner-geschichte/

Es mag daher nicht alles 100% stimmig sein oder „passen“, was ich hier schreibe. Ich würde mich sehr über eure Gedanken und Beispiele freuen, auch Widerspruch (am besten begründet) ist gerne gesehen! Dankeschön!

Der Stil und seine Mittel (1) – Welches Kleid passt meiner Geschichte?

Bei Mode geht es darum Sachen zu tragen, die einem stehen. (Vivienne Westwood)

Heute geht es um Mode. Es geht um Stil. Es geht ums Schreiben.

Die letzten Tage und Wochen habe ich mich mit Stilmitteln beschäftigt.

Unzählige gibt es! Seit Menschengedenken! Erstmals schriftlich festgehalten in der Antike. Z.B. in der Poetik von Aristoteles oder später von Cicero in De Oratore (Über den Redner).

Grundsätzlich habe ich festgestellt, dass  die meisten literarische Hüpfer heutzutage nicht mehr en vouge sind. Zumindest fallen sie kaum auf. Das heißt, die „Schreibmode“ scheint zur Zeit eher „schlicht“ zu sein, kurze Prägnanz, einfache Sätze, wenig Schmuck und Gepränge.

Nichtsdestotrotz habe ich gemerkt, dass die feinen Kniffe stilistischer Art Verschiedenes vermögen, sofern sie nicht inflationär eingesetzt werden.

Stil wirkt also noch heute.

Der geneigte Autor muss also „nur noch“ die richtigen Klamotten für seine Figuren, Sprache und Werk finden – et voilá! Sieht gleich viel besser aus.

Viele Seiten im Internet informieren über Stilmittel, gut finde ich diese hier:

http://www.wort-satz-buch.de/wichtige-rhetorische-stilmittel-deutsch-liste/

Dort sind die 38 wichtigsten Mittel aufgelistet, ganz kurz und knapp.

Sehr ausführlich, weil weiterverlinkend, ist das gute alte Wikipedia. Fast jede der rhetorischen Figuren hat ihren eigenen Wikipedia Eintrag. Man könnte sich wochenlang damit beschäftigen.

https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_rhetorischer_Stilmittel

In beiden Fällen und insgesamt betrachtet fehlen mir allerdings Überlegungen dazu, wann und vor allem zu welchen Zweck die Stilfiguren eingesetzt werden sollen.

Auch dazu habe ich geforscht/mir Gedanken gemacht und kam zu dem Schluss:

Es gibt kein Patentrezept für Stilmittel.

Es muss genau geprüft werden, wie sich das Mittel auf den Inhalt (und andersherum) auswirkt. Anders gesagt: jeder Geschichte steht was anderes. Solange es gut aussieht, ist alles erlaubt. Und es gibt sogar Modedesigner, die behaupten, dass es „geschmacklos“ sein muss, um großartig zu sein.

Viel Spaß beim Ausprobieren!

Eure Runa

 

Einfach mal so …

Am heutigen Tage möchte ich, unabhängig jedweder Literaturvorgabe, meine persönlichen Schreibtipps zum Besten geben.

1. Spreche mit deinem Material

Das mag sich erstmal merkwürdig lesen. Wie oder wieso sollte man mit einem Thema „sprechen“ oder – womit überhaupt soll man sprechen?

Relativ verständlich ist dieser Vorschlag bei Figuren. Man hat also Figur x,y und z und an mancher Stelle weiß man nicht, wieso sie dies oder das tun – oder: was sie überhaupt tun.

Fragt sie! Redet mit ihnen! Schreibt mit ihnen!

Es gibt die Möglichkeit, einen Steckbrief auszufüllen. Das Internet ist voller Vorschäge (Steckbrief Figur, Charakterisierung), aber ich glaube, das ist nur eine und vielleicht sogar eine „schlechte“ Variante, um herauszubekommen, was und wer und wie die Figur eigentlich ist.

Ich mag Interviews. Eigene Fragen, geschriebene Antworten – die ich mir „selbst“ gebe, durch die Figur. Kommt viel bei rum, finde ich. Wobei es immer noch eine Weile dauert.

Aber gerade wenn man vielleicht noch nicht in der Lage ist, seine Figuren in einen Steckbrief zu „stecken“, sollte man sich vielleicht einfach mal mit ihnen unterhalten – auf schriftlicher Ebene.

2. Sex

Wie sähe – für Dich persönlich – die beste Liebesnacht Deines Lebens aus? Was müsste passieren? Wer müsste dabei sein und wie würde „man“ vorgehen?

Ich finde, um die Rhythmik und Spannung einer guten Geschichte zu eruieren – um diese herauszubekommen – sollte man sich „back to the roots“ aufmachen und darüber nachdenken – und nachschreiben – wie eine perfekte Liebesnacht auszusehen hätte.

Das mag auf den ersten Blick wenig mit „der Geschichte“ zu tun haben, aber – hey – subcontious it has! Oder anders gesagt: im Unbewussten wird das seine Wirkung tun.

Womit wir schon bei Punkt 3. wären:

3. Esoterik

Es gibt, laut Freud, sowas wie das Unbewusste. Nichts in den großen Romanen ist dem Zufall überlassen. Alles, was dort geschrieben steht, und sei es nur die stupide Beschreibung einer Vase, hat etwas mit unserem Unbewussten zu tun. Mag sein, dass es auch den ein oder anderen Autoren gibt, der sich da nicht 100% drauf verlässt. Aber grundsätzlich gilt: wenn z.B. von einer „Tür“ die Rede ist, dann ist das immer eine Möglichkeit, neue Wege zu beschreiten.

Oder wenn von „Tunneln“ oder „Höhlen“ geschrieben wird: hier sind reinkarnierende Kräfte am Werk! (Reinkarnation = Wiedergeburt; oder im übertragenen Sinn auch einfach: ein Neuanfang).

4. Musik

Schreiben, in letzer Konsequenz, ist meiner Meinung nach Musik. Oder „wie“ Musik.

Um sich dessen zu behelfen, kann es sinnvoll sein  – aber das ist eine Typfrage – beim Schreiben Musik zu hören. Diese muss gar nicht mal zum Thema passen, solange sie den Vibe des Themas zu transportieren vermag.

Also: hört Musik und schreibt!

Nun zum letzten und wichtigsten Punkt:

5. Schreiben

Wer schreiben will, sollte schreiben. Ich habe festgestellt, dass es eigentlich egal ist, was geschrieben wird. Z.B. mein Blog hat schon sehr viel in mir ausgelöst … vielleicht auch die Gegebenheit, dass ich durch den Blog viel lese (das als Tipp 5.1. Lesen ist superwichtig), was andere Blogger so schreiben.

Das war es für heute. Morgen gibt es was über den Kaktus. Versprochen.

Beste Grüße und bis bald

Runa