Psyche und Proserpina

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Oder: was Proserpina zu Psyche sagt, als sie sich in der Unterwelt rumtreibt.

Ja, bald ist es fertig, denke ich. “Amor und Psyche”, ein schönes, kleines Büchlein mit derzeit schon 220 Normseiten Umfang. Es muss nur noch circa 1000 Mal überarbeitet werden, wie gehabt. Und deswegen werde ich, glaube ich, doch etwas Geld dafür nehmen. So 99 Cent sind bei gefühlt 10.000 Überarbeitungen und fast drei Jahren intensiver Arbeitszeit, glaube ich, okay.  😉

Ich sage Bescheid, wenn es soweit ist!

Liebste Grüße

Eure

Runa Phaino

Amor schießt wieder!

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Am nächsten Donnerstag, den 6. Oktober 2016, geht es weiter mit dem Blogroman “Amors Abenteuer”. Jede Woche ein neues Kapitel, immer so gegen 18:00 Uhr.

Wer sich noch einmal einlesen möchte, der klicke HIER, scrolle ganz nach unten und lese.

Habt ein schönes Wochenende und eine schöne Woche, wir lesen uns hoffentlich dann am Donnerstag – bin schon ganz kribbelig, wie euch die restlichen Kapitel gefallen werden!

 

Alles Liebe

Eure

Runa

 

PS. Das schöne Bild habe ich von Jörg Bittner Unna – Eigenes Werk, CC BY 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=35823161

 

 

Ein verdutztes Gefühl

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Gut, das Foto passt nicht so 100%, aber es ist megasüß und wahr … so wie mein bald erscheinendes Büchlein, das FERTIG IST!

Also nicht ganz fertig, aber ziemlich fertig und es muss jetzt nur noch ein paar Mal überarbeitet werden und gelesen und probegelesen und und und … und dann es ist wirklich fertig.

Will sagen: Vielleicht.

Will sagen: Ich habe heute den letzten Satz geschrieben. Mein Gefühl war darüber äußerst verdutzt.

Will sagen: in den nächsten Wochen werdet ihr hier die versprochenen Schlusskapitel von “Amor und Psyche” finden, ich werde euch das Cover vorstellen und sicherlich auch ein wenig Werbung machen, wenn es das komplette Exemplar dann käuflich zu erwerben gibt.

Übrigens: Nebenbei stricke ich gerade an einer neuen Identität, aber pssst, dazu dann demnächst an dieser Stelle mehr.

Gehabt euch wohl!

Eure

Runa Phaino

 

Aequinoctium – Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne

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Götterfunken oder kalendarischer Herbstanfang.

Der Sommer war lang,

der Sommer war lang.

 

Meine Lieben!

 

Lange schon habe ich nichts mehr von mir hören lassen, geschweige denn von meiner Lieblingsgeschichte: Amor und Psyche.

Seid versichert, die Geschichte liegt in den letzten Zügen und ich werde sie, bzw. den Rest, alsbald hier auf dem Lehmofen posten, ganz so wie ich es einst versprochen habe.

Doch es hat sich viel verändert.

Runa Phaino wird es bald nicht mehr geben, zumindest nicht mehr so, wie ihr es gewohnt wart. Jedes Ende ist auch ein Anfang und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, lasst euch also überraschen!

  • Und gebt mir noch ein paar Tage …, denn der Sommer war lang, der Sommer war lang.

 

Eure

Runa  Phaino

Wenn zwei sich streiten …

Als Amor das Schloss betrat, hatte sich etwas verändert. Er schlich die Gänge entlang. Seine Schritte hallten laut durch die Dunkelheit. Lauter als sonst. Etwas fehlte. Das Heraneilen von Psyches Füßen. Besorgt lief er zur Schlafkammer, lauschte an der Tür und hörte ihren Atem ruhig und gleichmäßig, so als ob sie schlief. Eine tiefe Erleichterung durchströmte ihn, hatte er doch kurze Zeit befürchtet, Psyche sei nicht mehr im Schloss. Er schüttelte den Kopf und grinste über beide Ohren. Sie war einfach nur müde, – und das kleine Wesen in ihr wohl auch. Vorsichtig und bemüht, kein Geräusch zu machen, trat er ein und schlug er die Decke zurück. Als er sich neben Psyche legen wollte, rückte sie auf einmal auf.
„Warum bist du heute Morgen so früh aufgebrochen?“
Amor zuckte zusammen. „Ich dachte, du hast es nicht bemerkt“, murmelte er.
„Habe ich aber. Also sage mir, warum du einfach abgehauen bist!“
„Ich …“ Amor stammelte verlegen. „Ich weiß auch nicht. Diese Sache mit dem Baby, ich meine, ich freue mich, Psyche, ich freue mich wirklich, aber … ich war bei … ich musste das erstmal verstehen.“
„Was gibt es denn da zu verstehen?“
„Na ja, also, um ehrlich zu sein: ich glaube, ich hatte einfach ein wenig Angst.“
„Und was meinst du, wie es mir geht?“, fragte Psyche. „Ich habe auch Angst! Vor allem, wenn du mich alleine lässt.“
„Tut mir leid“, sagte Amor. „Kannst du mir noch mal verzeihen?“
Psyche schwieg.
Amor fügte schnell hinzu: „Ich stelle dich auch bald meinen Eltern vor. Also meiner Mutter.“
„Das wird auch langsam mal Zeit, finde ich.“
„Finde ich auch. Du hast Recht.“
„Schwöre es.“
„Ich schwöre es beim Leben unseres Kindes!“
„Wann wird es so weit sein?“
„Das … das kann ich dir noch nicht genau sagen.“
„Ha!“ Psyches Stimme klang seltsam schrill. „Ich muss warten, was auch sonst.“
Statt einer Antwort zog Amor Psyche zu sich heran und drückte sie fest an sich. „Psyche, ich liebe dich. Aber, es ist nun mal so, wie es ist. Ich kann dich meiner Mutter nicht einfach so vorstellen. Aber ich werde dir jeden Wunsch erfüllen, alles, was du willst …“
„Es ist, weil ich hässlich bin …“
„Nun fang doch nicht schon wieder damit an. Es ist etwas Anderes … Du bist wunderschön.“
Die Nähe zum Untier ließ Psyches Ärger davonfliegen und ihre Ängste lösten sich auf. Nur ein kleiner Teil ihres Selbst sträubte sich noch, ein trotziger Rest von Stolz.
„Es wird wirklich Zeit, dass du meine Mutter kennenlernst“, sagte Amor. „Immerhin haben wir den besten Grund überhaupt!“
„Meinst du das Baby?“
„Ja“, sagte Amor und versuchte, Psyche zu küssen. „Das sind doch die Momente, wo eine Familie zusammenhalten muss …“
Psyche wandte das Gesicht ab. „Warte. Ich war heute auf der Wiese vor dem Schloss. Und dort über dem See habe ich meine Schwestern gesehen. Wie kann das sein?“
„Ich … ich weiß nicht! Das war bestimmt nur eine Reflexion“, sagte Amor.
„Meinst du, es ist möglich, dass ich sie sprechen kann? Ich meine, es wäre ja nur ein einziges Mal. Sie denken, dass ich tot bin … und dabei geht es mir gut … “
„Nein“, sagte Amor.
“Nein?”, wiederholte Psyche. “Es sind meine Schwestern! Du stellst mich deiner Familie nicht vor, und lässt zu, dass sich meine die Augen nach mir ausweint?!“
„Du wirst sie bald sehen können …:“, versuchte es Amor. „Bald lernst du meine Mutter kennen und danach ….“
„Was danach passiert interessiert mich nicht! Bald ist nicht früh genug! Jeden Tag, an dem sie denken, dass ich tot bin, ist ein Tag zu viel. Ich muss sie sehen, am besten schon morgen. Du hast gesagt, du würdest mir jeden Wunsch erfüllen. Ich habe nur einen einzigen: Ich will meine Schwestern sehen!“
„Das ist nicht gut. Ich kenne die Menschen. Sie würden das alles hier nicht verstehen. Ich glaube einfach nicht, dass das gut geht. Bitte, Psyche, vertraue mir …“
„Untier, wenn du mich liebst, dann lass es zu! Ich vertraue dir! Vertraue du mir! Bring sie hierher, wenn es in deiner Macht steht. Bitte!“
„Psyche, zwinge mit nicht dazu.“
„Ist es denn so unverständlich, dass ich meine Familie sehen möchte? Ich lebe, Untier, und ich bin schwanger. Das sollen sie wissen. Mehr nicht.“
„In Ordnung also“, presste Amor zwischen seinen Zähnen hervor. „Ihr werdet euch morgen sehen können.“
Psyche atmete erleichtert aus. Alles, was sie fühlte, war wunderschön und frei. So musste es sich anfühlen, wenn man jemanden liebte.
„Untier, ich danke dir. Und ich liebe dich“, sagte sie also und legte sich zurück ins Bett.
„Das hast du noch nie gesagt“, murmelte Amor.
Eine Zeitlang lagen sie einfach nur da, Hand in Hand, und lauschten dem Herzschlag des anderen. Dann sagte Amor schließlich: „Ich bin froh, dass du morgen deine Schwestern triffst. Grüße sie von mir, unbekannterweise. Ich vertraue dir nämlich , Psyche, hörst du?“
„Ich vertraue dir auch, Untier“, flüsterte Psyche schläfrig.
Und dann schliefen sie ein, Arm in Arm.

Kleider und Spiegel

***Dieses Kapitel ist ein Teil von meinem Projekt “Amors Abenteuer”, einer modernen Adaption des antiken Märchens “Amor und Psyche”, das ich aus Spaß an der Freude schreibe und nach einer Überarbeitung als eBook veröffentliche. Wer von Anfang an lesen möchte, ist herzlich eingeladen, bis ans untere Ende der Seite zu skrollen. Ich freue mich über jeden Kommentar. Donnerstags gibt es ein neues Kapitel und manchmal auch zwischendurch. Viel Vergnügen beim Lesen!***

 

Als Psyche erwachte war es hell und das Bett neben ihr war leer. Nur eine Vertiefung in der Decke verriet, dass sie die Nacht nicht alleine verbracht hatte. Lächelnd strich Psyche über die Mulde. Das Untier war eher zurückgekehrt als erwartet und es hatte ihr verziehen, wenn man das so sagen konnte. Gesprochen hatten sie nicht allzu viel. Zumindest nicht mit Worten.

Psyche erhob sich und klatschte in die Hände.
„Frühstück! Ich will Frühstück! Ich habe einen Mordshunger, ich könnte ein komplettes Tier verschlingen!“
Die Winde ließen nicht auf sich warten und Psyche fand augenblicklich ein ausgezeichnetes Mahl bereitet, das besser als alles schmeckte, was sie bisher gekostet hatte, ausgenommen der Küsse der letzten Nacht.
„Meint ihr, das Untier ist bald wieder hier?“, fragte Psyche kauend. „Und was mache ich, damit mir die Zeit nicht lang wird?“
Psyche blickte sich im Zimmer um.
„Oh, ich habe eine Idee!“, sagte sie und deutete auf den Kleiderschrank. „Vielleicht probiere ich es mal damit!“
Die Lüfte wirbelten aufgeregt um sie herum.
„Freut euch nicht zu früh, aber gucken will ich schon.“
Psyche spülte den letzten Bissen mit einem Schluck Tee hinunter und wischte sich die Finger an einer Serviette ab. Dann stand sie auf und ging zum Schrank. Binnen kurzer Zeit hatten die Lüfte das ganze Zimmer befüllt mit Kleidern:
Schwarze Kleider, blaue Kleider, grüne Kleider. Kleider mit Perlen mit Spitze mit Pailletten und Edelsteinen. Geraffte Kleider, geschnürte Kleider, glatte Kleider und solche mit Rüschen. In allen Regenbogenfarben glitzerten und funkelten die Stücke, kurz und lang, gemustert und einfarbig.
Dazu passend selbstverständlich Schuhe und Schmuck.
Psyche traute ihren Augen kaum.
„Das Ungeheuer hat wirklich Geschmack“, sagte sie anerkennend.
Noch immer konnte Psyche, wenn sie die Augen schloss, die Berührungen des Untiers auf ihrer Haut nachempfinden. Es verursachte ein Kribbeln in ihrem Bauch, zauberte ein Grinsen auf ihr Gesicht und ließ sie ganz zart werden.
„Vielleicht … vielleicht probiere ich das mal an“, sagte Psyche und deutete auf ein schlichtes Exemplar ganz in weiß.
Ehe sie sich versah, hatten die Lüfte ihr altes Kleid ausgezogen und Psyche in das weiße Kleid gehüllt. „Es passt sogar!“, stellte Psyche staunend fest. Was untertrieben war. Das Kleid saß, als wäre es nur für sie gemacht.
Seufzend ließ sich Psyche auf das Bett fallen. Sie sank in den Berg aus Kleidern und breitete die Arme aus. Nie hätte sie für möglich gehalten, dass ihr so ein hübsches Stück Stoff passen könnte. Das Ungeheuer musste vorzügliche Schneider beauftragt haben.
Eigentlich wusste sie gar nichts über den Herrn dieses Schlosses. Aber er hatte Geschmack. Und was konnte er gut küssen!
Psyche sprang auf und griff nach einem Kleid, das die Farbe einer dunklen Rose hatte. Am Dekollete prangte feine Spitze, abgesetzt durch schwarze Perlen. Die Lüfte halfen ihr aus dem weißen Kleid hinaus und streiften ihr das rote Kleid über.
Psyche drehte sich im Kreis.
„Und?“, fragte sie, „Wie sehe ich aus?“
Die Lüfte raschelten durch die Vorhänge und über die ausgebreiteten Kleider.
„Ich verstehe euch leider nicht“, sagte Psyche. „Aber ihr wirkt … aufgeregt. Sieht es gut aus? Kann ich dieses Kleid tragen?“
Wieder ließen die Winde die Stoffe rascheln.
„Ach“, sagte Psyche und schmunzelte, „Soll das ein “Ja” sein? Ich kann es kaum glauben. Allerdings … Vielleicht steht es mir ja wirklich. Vielleicht zaubert dieses verzauberte Kleid hier im Zauberschloss auch eine zauberhafte Schönheit aus mir?“
Die Winde drückten Psyche sanft auf einen Stuhl. Sie fuhren ihr durch die Haare, flochten sie und steckten sie hoch. Unsichtbare Finger bepinselten ihr Gesicht, schminkten ihre Augen, betupften ihre Lider.
„Ihr seid ja wie meine Schwestern. Ich würde mich zu gerne sehen“, murmelte Psyche.
Die Hände ließen von ihr ab und Psyche öffnete die Augen. Ihr Blick fiel auf einen großen, viereckigen Gegenstand, der mit einem Tuch überdeckt war.
„Ist das“, fragte Psyche, „euer Kupferspiegel? So riesig?“
Gorda und Tessa besaßen zwei Handspiegel aus polierten Kupferplatten. Diese Gegenstände waren selten und kostbar.
Sie stand auf und ging auf den Spiegel zu. Streckte die Hand aus, fühlte die kühle, glatte Fläche hinter dem Stoff.
„Ich hätte nie gedacht, dass es Spiegel in dieser Größe gibt“, sagte Psyche, „aber es wundert mich kaum, hier in diesem verwunschenen Schloss, wo sich die Wünsche so einfach erfüllen …“
Psyche zögerte.
Sollte sie oder sollte sie nicht?

Sie befürchtete, dass das Bild um einiges klarer und deutlicher war, als die verzerrte Reflexion in dem Handspiegel ihrer Schwestern.
Es war nur eine kleine Bewegung nötig, damit das Tuch vom Spiegel fiel. Psyche presste die Lippen zusammen und hob ihre Hand zum Tuch.

Was würde sie sehen?