Apuleius von Madaura

Und so, mein lieber Glaukon, ist denn dieser Mythos erhalten worden und ist nicht untergegangen, und er wird vielleicht auch unsere Seelen retten, wenn wir ihm nämlich folgen. (Platon, Politeia 621c)

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Lucius verwandelt sich vom Esel zurück zum Menschen. By Bartolomeo di Bartoli for Bruzio Visconti – 2D copy of a scan of an medieval manuscript, Public Domain, Link

Warum ein Eingangszitat von Platon für einen Beitrag über Apuleius von Madaura?

Nun, der Autor vom Goldenen Esel, um den es letzte Woche ging, war ein bekennender Mittelplatoniker, möglicherweise Neupythagoreer, lebte im Umfeld von verschiedenen christlichen Schulen und kannte sicherlich auch die Stoa. – Und man sagt ja, dass alle Philosophie irgendwie von Platon ausging. 😉

Es würde zu weit führen, die verschiedenen platonischen Gedankenschulen, die sich im Laufe der Zeit entwickelten, genaustens darzustellen, aber um sich dem Menschen Apuleius zu nähern, sind ein paar Hintergründe hilfreich. Nicht zuletzt ist der Platonismus nur eine der verschiedenen Gedankenrichtungen, die “Lucius” Apuleius beeinflussten oder mit denen er im Laufe seiner zahlreichen Reisen in Berührung kam, denn das zweite Jahrhundert nach Christus erscheint rückblickend wie eine Art “Einmachglas” mit unterschiedlichsten Leckereien gefüllt, die Welt – und das Leben – zu verstehen.

Und mittendrin schwimmt der berühmte Autor des Goldenen Esels: Apuleius.

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Apuleius auf einem Cover von 1902. Zu sehen ist rechts der „goldene“ Esel, links Pamphile, eine der Hexen ganz zu Beginn des Buches, die sich in eine Eule verwandelt. By Unknownhttp://www.jnanam.net/golden-ass/goldass/apu01.jpg, Public Domain, Link

Apuleius (ca. 123-170) lebte in Madauros/Madaura im Nordosten des heutigen Algeriens. Apuleius ist nicht der Vorname, sondern ein Familienname. Möglicherweise hieß Apuleius mit Vornamen „Lucius“ – und hätte damit denselben Namen wie die Hauptfigur des Goldenen Esels – doch das ist Spekulation und nicht gesichert.

Man kann noch heute ein paar antike Überreste von Madaura finden.

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Madaura befand sich damals im Königreich der Numider, war aber eine römische Provinz. Apuleius bezeichnete sich einst als “halber Numider”. Die römischen Kaiser, unter denen Apuleius lebte, waren Hadrian (117-138), Antonius Pius (138-161) und Marc Aurel (161-180). Gerade letzterem wird eine intensive philosophische Beschäftigung nachgesagt, sein Buch „Selbstbetrachtungen“ gehört noch heute zum Kanon der Weltliteratur und hat auf Amazon fast durchweg mehr als vier Sterne. 😉  Ich spreche hiermit eine klare Leseempfehlung aus! (Meine Oma hat es auch gelesen und für gut befunden, übrigens.)

https://www.amazon.de/s/ref=nb_sb_noss?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&url=search-alias%3Ddigital-text&field-keywords=marc+aurel

Das Buch von Marc Aurel basiert auf stoischer Philosophie, die – grob gesagt – versucht, dem einzelnen Menschen einen Platz (Sinn) im Leben (Kosmos) zuzuweisen, wohingegen das Ziel des Lebens im platonischen Sinne darin bestand, ganz abseits vom Leben irgendwie herauszubekommen, was denn eigentlich nun das „Wahre“ und „Gute“ wirklich ist. – Also eher so Gedankenspekulationen.
Platon – über den mal geschrieben wurde, dass sämtliche philosophischen Gedanken der Moderne eigentlich nur „Fußnoten“ (also kleinere Erklärungen) zu seinen antiken Schriften seien – ging davon aus, dass die Welt nicht so ist, wie sie ist, sondern dass es irgendwo von jedem Ding, das wir sehen (oder auch nicht sehen) ein Idealbild gibt. Also das perfekte Abbild – oder vielleicht besser „Urbild“ – von dem sich alle anderen Gegenstände (oder Gedanken) ableiten. Das nannte er dann: „Idee“.
Die „Idee“ des Guten ist also „besser“ (da originaler) als „das Gute“, oder was auch immer der Mensch vornehmlich darunter versteht.
Man kann vielleicht sagen: Platon war ein lebensfernerer Perfektionist, wohingegen die Stoa (Gründer: Zenon von Kition) sich eher damit beschäftigte, inwiefern das, was die Philosophie so herausfand und beforschte, für das Leben des Einzelnen wirklich nutzbar gemacht werden konnte.
Allerdings würde Platon – ganz perfektionistisch – dem natürlich widersprechen und mittels verschiedener Fragen zeigen, dass nur die „Idee“ des Nützlichen wirklich Nutzen bringen kann.

Um die Gedanken der beiden Schulen etwas „greifbarer“ zu machen, stelle ich im Folgenden mal ein paar Zitate gegenüber.

Platon  428/427 v. Chr. in Athenoder Aigina; † 348/347 v. Chr. in Athen

SelfhtmlBy SilanionUser:Bibi Saint-Pol, own work, 2007-02-08, Public Domain, Link

Zenon 333/332 v. Chr. in Kition; gestorben 262/261 v. Chr.

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Von Paolo MontiVerfügbar in der digitalen Bibliothek BEIC und hochgeladen in Partnerschaft.Dieses Bild stammt aus der Stiftung Paolo Monti, die im Besitz von BEIC ist und and im Städtischen Fotoarchiv von Mailand angesiedelt ist., CC-BY-SA 4.0, Link

Freundschaft
Wo aber keine Gemeinschaft ist, da kann auch keine Freundschaft sein.

Ein Freund: meine anderes Ich.

Gott
Als nun aber der Vater, welcher das All erzeugt hatte, es ansah, wie es bewegt und belebt und ein Bild der ewigen Götter geworden war, da empfand er Wohlgefallen daran, und in dieser seiner Freude beschloß er denn, es noch mehr seinem Urbilde ähnlich zu machen.

Gott ist der Ursprung von allem, er ist der reinste Körper und seine Vorsehung durchdringt alles.

Das Gute
Das Gute schafft die Ordnung, das Schöne ist sie.

Nicht in dem Großen liegt das Gute, sondern in dem Guten liegt das Große.

Der Mensch
Als Naturwesen bleibt der Mensch an den Körper gebunden, als Geisteswesen aber hat er Flügel.

Der Charakter ist die Quelle des Lebens, aus der die einzelnen Handlungen fließen.

Das Leben
Das Leben ist eine kurze Verbannung.

Das Ziel des Lebens ist ein Leben im Einklang mit der Natur.

Das jeweils erste Zitat unter dem Thema gehört zu Platon, das zweite stammt von Zenon. Ich finde, man erkennt daran ganz gut, dass die Stoa insgesamt etwas „lebenspraktischer“ unterwegs war. Zenon würde wahrscheinlich mit Erich Kästner übereinstimmen: „Es gibt nichts Gutes, außer man tut es“ und Platon würde Kästner lange befragen, um dieses „Gute“ zu definieren – und wahrscheinlich würde er auch versuchen das „Tun“ irgendwie einzugrenzen, bevor es denn überhaupt zum “guten Tun” kommt.

Es gibt eine dritte „geistige“ Strömung, der Apuleius ausgesetzt war: Das Christentum.
Die Christen waren damals noch ziemlich neu und erstmal auch nicht besonders beliebt. Während es im 1. Jahrhundert zu kleineren Christenverfolgungen kam, konnte sich das Christentum im 2. Jahrhundert (also zur Lebenszeit Apuleius) relativ ungehindert entfalten. Allerdings gab es damals noch nicht „die Kirche“, sondern verschiedene Bereiche, wo über theologische Fragen (was ist Gott, wie soll man sich verhalten, wie ist die Kirche organisiert, was soll eigentlich gelehrt werden und so weiter …) gesprochen wurde. Für den Raum Afrika ist dabei vor allem die sogenannte Gnosis interessant, die dort durch einen Mann namens Marcion eine recht große Verbreitung fand.

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By Unknown(Life time: 1100?) – Original publication: Manuscript, Italy, 11th centuryImmediate source: http://corsair.themorgan.org/cgi-bin/Pwebrecon.cgi?BBID=338126, Public Domain, Link

Marcion war ein christlicher Kaufmann, der ein beträchtliches Vermögen an die damals entstehenden Kirche in Rom spendete, der mit „seinen Leuten“ aber immer wieder aneinander geriet und daher irgendwann frustiert eine eigene Kirche gründete.
Marcion lehrte (vielleicht beeinflusst von Platon?), die Idee eines „Gottes der Liebe“, der den Menschen bis dato gänzlich unbekannt gewesen, was bedeutet, bis Jesus auf die Erde kam und Marcion seine Jesus-Kirche gründete. Marcion mochte Jesus voll gerne, fand das Alte Testament aber ziemlich doof, weil es seiner Meinung nach von einem strafenden, bösen „Demiurgen“ (einem Schöpfergott) handle, den die Menschen nicht brauchten. Die gängige Lehrmeinung damals war aber, dass das Alte Testament und das Neue Testament (was damals so langsam entstand) zusammen gehörten. Durch Jesus, so Marcion, habe sich Gott aber in seiner wahren (idealen? Platon lässt grüßen) Natur der „Liebe“ gezeigt – und dies sei der einzige Gott, den man anbeten sollte, also weg mit dem ollen Alten Testament.
Marcions Lehren haben sich in der christlichen Kirche in den folgenden Jahrhunderten übrigens nicht durchgesetzt, ganz im Gegenteil, die Anhänger dieser Vorstellung wurden bald von den „offiziellen Christen“ (Rom, Byzanz) verfolgt.
Erst mit Adolf von Harnack (+ 1930) ist Marcion wieder ins christliche Blickfeld geraten und wird seit Mitte des 20. Jahrhunderts von vielen Theologen für seine Ansichten geschätzt.

Selfhtml Apuleius rät zum Gebrauch von Dämonen als Mediatoren zwischen Menschen und Göttern – ein zentraler Aspekt seiner philosophischen Lehre. By Maître FrançoisApuleius advises the use of demons as mediators between mankind and the gods – Maïtre François CC0 View item at Koninklijke Bibliotheek , Public Domain, Link

Irgendwo zwischen all diesen Gedanken und Ideen, die damals kreuchten und fleuchten  (man bedenke noch die verschiedenen Mysterienkulte), schreibt Apuleius dann sein Buch „Der Goldene Esel“. Es gibt auch noch eine weitere geistige Strömungen, die Apuleius Denken möglicherweise beeinflusst haben, doch dazu unten mehr.

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By ApuleiusAvailable in the BEIC digital library and uploaded in partnership with BEIC Foundation., Public Domain, Link

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By Matteo Maria Boiardohttp://www.metmuseum.org/art/collection/search/345033This file was donated to Wikimedia Commons by as part of a project by the Metropolitan Museum of Art. See the Image and Data Resources Open Access Policy বাংলা | Deutsch | English | Esperanto | português | +/−, CC0, Link

Apuleius war der Sohn eines Bürgermeisters und stammte aus einer wohlhabenden Familie. Er studierte in Kathargo und später auch in Athen. Er bereiste verschiedene Städte im Mittelmeerraum (Athen, Samos, Phrygien, Rom) und arbeitete als Rechtsanwalt.

Zusätzlich zu den bisher benannten Ideenlehren, kam Apuleius bei seinen Reisen auch mit ziemlicher Sicherheit mit den Vorstellungen der Neupythagoreer in Berührung, die damals in Athen eine Art Renaissance erfuhren. Wikipedia informiert über die Pythaoreer folgendermaßen:

„Für die Pythagoreer charakteristisch ist die Überzeugung, dass der Kosmos eine nach bestimmten Zahlenverhältnissen aufgebaute harmonische Einheit bildet, deren einzelne Bestandteile ebenfalls harmonisch strukturiert sind oder, soweit es sich um menschliche Lebensverhältnisse handelt, harmonisch gestaltet werden sollten. Sie nahmen an, dass in allen Bereichen – in der Natur, im Staat, in der Familie und im einzelnen Menschen – dieselben zahlenmäßig ausdrückbaren Gesetzmäßigkeiten gelten, dass überall Ausgewogenheit und harmonischer Einklang anzustreben sind und dass die Kenntnis der maßgeblichen Zahlenverhältnisse eine weise, naturgemäße Lebensführung ermöglicht. Das Streben nach Eintracht beschränkten sie nicht auf die menschliche Gesellschaft, sondern dehnten es auf die Gesamtheit der Lebewesen aus, was sich in der Forderung nach Rücksichtnahme auf die Tierwelt zeigte. (…) Ausgangspunkt der konkreten Zahlenspekulation war der Gegensatz von geraden und ungeraden Zahlen, wobei die ungeraden als begrenzt (und damit höherrangig) und – wie im chinesischen Yin und Yang – als männlich bezeichnet wurden und die geraden als unbegrenzt und weiblich. Die als Prinzip der Einheit aufgefasste Eins galt als der Ursprung, aus dem alle Zahlen hervorgehen (und infolgedessen die ganze Natur); so gesehen war sie selbst eigentlich keine Zahl, sondern stand jenseits der Zahlenwelt, obwohl sie rechnerisch als Zahl wie alle anderen erscheint.“ https://de.wikipedia.org/wiki/Pythagoreer#Mathematik_und_Zahlensymbolik

Für die Neupythagoreer war also „Harmonie“ das oberste Prinzip. Die (Neu)Pythagoreer waren Vegetarier, lebten bescheiden, halfen einander in Notlagen, waren ein wenig „kommunistisch“ drauf (wobei diese Bezeichnung nicht 100% passt), glaubten an die ewige Wiederkehr der „Seele“ und an Vernunft. Mit Gott oder Göttern hatten sie es nicht so, bzw. nahmen an, dass Götter gar nicht existieren (oder existieren, aber für das Leben der Menschen keine Bedeutung haben).
Die Neupythagoreer namen Bezug auf Philosophen vor ihnen wie z.B. Pythagoras, Solon, Anthisthenes und … Platon (oder zumindest ein Teil seiner Ansichten). Diese “alten Philosophen” lebten schon ein paar Jahrhunderte zuvor und wurden als „Sophisten“ bezeichnet. „Sophist“ bedeutete ursprünglich nur „weiser Mann“, im Laufe der Zeit (und auch durch die Verfolgung der Sophisten, Sokrates ist ein berühmtes Beispiel, ihm wird „Abesie“ vorgeworfen, also „Gotteslästerung“ und deswegen muss er den Schierlingsbecher trinken) … im Laufe der Zeit wird daraus ein Schimpfwort und es heißt wohl sowas wie „Rumschwafler“ oder „Laberkopp“ und wurde bzw. wird für Menschen gebraucht, die einfach nicht auf den Punkt kommen oder total waghalsige Behauptungen aufstellen.

SelfhtmlDer Tod des Sokrates`. By José Maria de Medeiros[1], Public Domain, Link

Von Apuleius philosophischen Texten sind nur wenige erhalten geblieben, bei vielen wird über die Echtheit spekuliert. Erhalten geblieben und wahrscheinlich “echt” (also von Apuleius) sind: „Über den Gott des Sokrates“ (De deo Socratis), „Über Platon und seine Lehre“ (De Platone et eius dogmate), „Über die Welt“ (De mundo) und Peri hermēneías (De interpretatione, „Über die Aussage“ oder „Über das Urteil“).
Außerdem verfasste er ein Buch „Über die Magie“ (De magica), das auf einem Prozess basiert, in dem er angeklagt worden war, seine Frau Pudentilla durch Magie zur Heirat gezwungen zu haben.

Nach seinen Reisen heiratete Apuleius nämlich eine reiche Witwe namens Pudentilla. Einer ihrer Söhne fand das nicht gut und begann einen Prozess gegen Apueius, in dem er ihm vorwarf, die Mutter durch magische Handlungen zur Heirat verführt zu haben. Allem Anschein nach wurde Apuleius aber freigesprochen. Bis zu seinem Tod blieb er dann in seiner Heimat Nordafrika, zunächst in einem Ort namens Oea, dem heutigen Tripolis, und später in Karthago, wo er als Priester arbeitete. Wann genau er gestorben ist, weiß man heute nicht mehr genau.

Eindrucksvoll ist in jedem Fall, wie Apuleius Schaffen nach seinem Tod weiterlebte. Im Folgenden gebe ich dazu einen kleinen Einblick, wer mag, kann sich gerne den passenden Wikipedia-Artikel mit all seinen Unterverlinkungen dazu durchlesen, – sehr lohnenswert und von Wikipedia selbst als “lesenswert” deklariert.

 

Apuleius Nachleben und Wirkung

Bereits kurz nach seinem Tod wurden Apuleius einige Statuen errichtet. Im 4. Jahrhundert gab es dann sogenannte „Kontorniaten“ mit seinem Abbild drauf. Die Verwendung dieser Kontroniaten ist umstritten, vielleicht waren es Spielplaketten, vielleicht kleine Abzeichen, um den heidnischen Glauben (gegen die Christen) zu verteidigen.

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By Johann Jacob Bernoulli – Johann Jacob Bernoulli, Römische Ikonographie, Bd. 1: Die Bildnisse berühmter Römer mit Ausschluss der Kaiser und ihrer Angehörigen. Stuttgart u.a. 1882, Münztaf. 5,117., Public Domain, Link

Die frühen christlichen Kirchväter kannten Apuleius größtenteils und lobten in für sein Werk, kritisierten ihn teilweise aber auch als zu „belletristisch“ und deuteten seine Erzählungen in radikal christlichem Sinn. Im Mittelalter gab es Gelehrte, die auf die Schriften von Apuleius Bezug nahmen (Isidor von Sevilla, Fulgentius, Bernardus Silvestris, Johannes von Salisbury, Albert der Große). Die frühen Humanisten kannten Apuleius (Petrarca, Boccaccio, da Strada, …).
Mit der Verbreitung des Buchdrucks und dem Aufkommen von populärer Literatur, griffen einige Autoren auch auf die Erzählmotive von Apuleius` zurück.
Niccolo Machiavelli beispielsweise schrieb nicht nur etwas über Staatsphilosophie, sondern auch eine (unvollendete) Geschichte über einen verwandelten Esel. Apuleius Metamorphosen galten sogar als Vorbild für eine gesamte Literaturgattung: den sogenannten „Schelmenroman“ (bestes Beispiel: Don Quijote).

Besondere Beachtung fand allerdings die Erzählung von Amor und Psyche. Zahlreiche Humanisten und spätere Autoren haben die Geschichte ausgedeutet oder neu geschrieben, darunter Boccaccio, Niccolò da Correggio, Galeotto del Carretto, Juan de Mal Lara, Ercole Udine, Edmund Spenser (The Faerie Queene), William Browne (Britannia’s Pastorals), Shackerley Marmion (The Legend of Cupid and Psyche), Thomas Heywood (Loves Maistresse or The Queens Masque), Calderón (Ni Amor se libra de amor), Johann Ludwig Prasch (Psyche Cretica), Jean de La Fontaine (Les amours de Psyché et de Cupidon), Johann Wilhelm Ludwig Gleim, Herder, Mary Thighe, …
Einige sehr bekannte Werke, wie das oben schon erwähnte „Don Quijote“ oder Shakespeares Mittsommernachtstraum enthalten einzelne Elemente oder Episoden aus Apuleius „Amor und Psyche“.

Und auch ganz aktuelle Werke heute noch bekannter Autoren thematisieren Apuleius Schreiben aus dem 2. Jahrhundert nach Christus. So unter anderem
Elizabeth Barrett Browning  und C.S. Lewis, der nicht nur die „Chroniken von Narnia“ schrieb, sondern die Geschichte aus der Sicht von Psyches älterer Schwester darstellt.

Daneben gab und gibt es auch musikalische Versionen:

Auch in der Psychologie (eine Disziplin, die im 20 Jahrhundert größere Verbreitung fand) spielte die Erzählung von „Amor und Psyche“ eine Rolle. Das ist nicht allzu verwunderlich, bezeichnet der Name der Menschenfrau, in die Amor sich verliebt, ja auch tatsächlich DIE „Psyche“, – also im Sinne von „Seele, Verstand, Gedanken“ – dasselbe Wort wie in Psychologie.

Über all dem gibt es auch eine große Anzahl an Bildern, die es ohne Amor und Psyche nicht gäbe.  Anbei ein paar Beispiele (in chronologische Reihenfolge). – Und damit verabschiede ich mich dann auch erst einmal ganz schlicht und leise. Ich wünsche euch das Allerbeste, mir hat´s sehr viel Spaß gemacht diese Reihe zu schreiben! Bis ganz bald!

Eure Runa Phaino

Selfhtml ca. 70 n. Chr. (Kann das sein? Vielleicht aufgrund einer vorhergehenden Erzählung???)By Stefano BologniniOwn work, Attribution, Link

Selfhtml Wahrscheinlich 3. Jahrhundert n. Chr. By FravekatorOwn work, CC BY-SA 4.0, Link

Selfhtml 1345. By Bartolomeo di Bartoli for Bruzio Visconti – 2D copy of a scan of an medieval manuscript, Public Domain, Link

Selfhtml ca. 1600. By Bartholomeus Spranger – found online [2]Upload: James Steakley, Public Domain, Link

Selfhtml 1605.

By Joseph Heintz the Elder – (Original text: Stadt Augsburg: http://www2.augsburg.de/uploads/pics/F_1548_01.jpg), 11. August 2007(11 August 2007 (original upload date)). Original uploader was Brezelsuppe at de.wikipedia, Public Domain, Link

Selfhtml 1817. By Jacques-Louis David – Author, Public Domain, Link

Selfhtml ca. 1850. By Reinhold Begas (1831-1911) – Alte Nationalgalerie, CC0, Link

Selfhtml Psyche öffnet die Tür zu Amors Garten. Waterhouse 1903. By John William Waterhousejwwaterhouse.com, Public Domain, Link

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