Zum Valentinstag!

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Hallo ihr Lieben!

Gerne hätte ich euch jetzt schon mein neues E-Booklein “Amor und Psyche” präsentiert und kräftig dafür geworben, aber es ist immer noch “in der Mache”.

Es ist wirklich unbeschreiblich und sehr emotional, was bei einer Überarbeitung so anfällt. Ich hoffe, ich enttäusche niemanden, wenn ich sage, dass Psyche in der jetzigen Version (die dann auch irgendwann einmal die Endversion sein wird) nicht mehr hässlich, sondern doch sehr hübsch ist. So sagt es auch die antike Vorlage.

Ich bleibe also doch insgesamt viel näher am Original, als zuvor gedacht. An dieser Stelle empfehle ich auch jedem, der ein Buch schreibt, vorab eine möglichst konkrete Vorstellung davon zu entwickeln, was er oder sie zu schreiben gedenkt.

Die Überarbeitung macht (auch) Spaß, aber es ist echt eine Heidenarbeit, das jetzt in eine Form zu bringen, die mir – und hoffentlich auch anderen – gefällt. Da war es doch so viel einfacher, jede Woche ein paar Zeilen hier zu posten und euer liebes Feedback einzuheimsen. 😉

Das Schicksal hat mir übrigens eine sehr kompetente und passende Gefährtin geschickt, die mir mit Rat und Tat zur Seite steht. Nicht zuletzt kenne ich durch sie die wunderbar geniale Funktion und Wirkung/Fähigkeit von Google Documents.

Falls jemand von euch Lust hat, an der Überarbeitung des Werkes mitzumachen: fühlt euch herzlich eingeladen. Ich vertraue den Menschen und dem Schicksal, daher an dieser Stelle ein kleiner Aufruf: schickt mir eine kurze Nachricht, warum ihr mitmachen wollt, an runa.phaino@gmail.com

Und dann füge ich euch einfach zur Bearbeitung hinzu.

Übrigens ist das kein Muss. Man kann die Geschichte auch einfach nur (mit)lesen in ihrer neusten Version und sie beim weiteren Werde- und Entstehensvorgang beobachten.

 

Ich würde mich sehr freuen!

Viele liebe Grüße

Eure

Runa Phaino

 

PS. Und zum Valentinstag noch ein paar Hintergrundinfos hier. Von den katholischen Freunden. Alles Liebe!

 

 

 

Zeit für die Wahrheit

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Was ist das hier für ein Lärm!“, rief Venus. Ihr Schlüssel drehte sich im Schloss und sie betrat Amors Kinderzimmer. „Hör endlich auf, so einen Krach zu machen!“

Amor stürmte zur Tür und versuchte, sich an seiner Mutter vorbei zu schieben.

Venus verstellte ihm den Weg.

Lass mich, ich muss meine Liebste finden!“

Dazu besteht kein Anlass mehr. Sie ist hier.“

Hier?“ Wie im Namen aller Götter war Psyche in den Himmel gelangt?

Ja, du hast richtig gehört. Das Ding ist meiner Dienerin direkt in die Arme gelaufen. Und jetzt ist es im Kerker.“

Im Kerker?!“

Gewiss. Wo sollte es sonst sein?“

Im Kerker ist es dunkel und kalt … und es ist einsam dort! Lass mich zu ihr!“ Amor machte einen erneuten, verzweifelten Versuch, an seiner Mutter vorbeizukommen.

Kummer und Sorge sind bei ihr.“

Ma, das kannst du nicht machen!“, rief Amor entsetzt. „Sie hat genug gelitten!“

Und wie ich das machen kann!“, entgegnete Venus. „Dieses Ding hat dich übel verletzt. Kummer und Sorge werden sie lehren, was es heißt, meinen Sohn zu verraten!“

Ich habe ihr schon längst verziehen! Lass mich zu ihr!“

Damit sie dich wieder einwickelt? Ganz bestimmt nicht! Du legst dich jetzt sofort wieder ins Bett!“

Venus sah so entschlossen aus, dass Amor seine Wut unterdrückte und sich um einen ruhigen Tonfall bemühte.

Es ist alles halb so schlimm, guck nur, meine Verletzung ist geheilt.“

Die Wunde sieht noch ziemlich schlimm aus.“

Es ist nur ein kleiner Kratzer.“

Ein Kratzer, soso“, Venus rümpfte ihre schmale Nase. „Du konntest nicht einmal aufstehen die letzten Tage.“

Unruhig ging Amor im Zimmer auf und ab. Sollte er seiner Mutter sagen, was er dachte? Das, was er wirklich dachte?

Er hatte nichts zu verlieren.

Ma, bitte, ich will Psyche heiraten!“

Heiraten? Bist du übergeschnappt? Du bist noch ein Kind! Du treibst die ganze Zeit nur Unsinn – ja sogar mit mir, deiner eigenen Mutter! Und jetzt höre endlich auf, solche Forderungen zu stellen. Eher verstoße ich dich und suche mir einen anderen Sohn, dem ich deinen Bogen und deine Flügel schenke, als dass ich dich zu diesem Weibsbild lasse!“

Die meisten deiner Befehle habe ich ausgeführt, so wie du es wolltest. Und hast du nicht selber neulich noch gesagt, dass ich viel vernünftiger geworden wäre? Überlege mal, warum das so ist. Sie ist der Grund dafür. Psyche! Lass mich zu ihr!“

Amor war selbst ganz erstaunt über die vielen Argumente, die er seiner Mutter entgegenzusetzen hatte. Venus wirkte irritiert und so legte er noch einmal nach.

Ich bin kein Kind mehr! Ich bin dreihundert Jahre alt! Ich werde Vater! Ma, das musst du einsehen! Ich habe mich verliebt, unsterblich verliebt! Und ich will sie zurück, egal, was sie getan hat! Ich bin zur Vernunft gekommen! Siehst du das denn nicht?“

„Nein“, sagte Venus zu und lehnte sich an die Wand. „Die letzten Tage habe ich dich klagen gehört, habe dich weinen gehört … weinen! Das ziemt sich nicht für einen Gott. Es ist menschlich zu trauern. Nicht göttlich. Wir müssen über den Dingen stehen. Du bist zu weich geworden und diese Psyche trägt die Schuld daran. Ich als deine Mutter habe die Pflicht, dich wieder aufzupäppeln, dich an deine Ehre und an deinen Stolz zu erinnern. An deine Göttlichkeit!“

Bevor Amor zu einer Gegenantwort ansetzen konnte, wurde die Tür aufgerissen.

Dahinter standen Mars und Vulkanos, – und sie hatten Adonis im Schlepptau. 

Kummer und Sorge

sculpture-1801600_1920Als die Sicht wieder klar wurde, erkannte Psyche eine riesige, rosafarbene Wolke, auf die ein riesiger Palast gebaut worden war.

Wie ist das möglich?“, fragte Psyche.

Vorwärts!“, rief Liebeständelei und gab Psyche einen Stoß in den Rücken.

Mit großen Schritten bewegten sie sich auf das Schloss zu. Auf einer Empore über dem Eingang stand die Göttin. Ihre Schönheit war so gewaltig, dass sie den Sonnenuntergang überstrahlte. Doch nichts täuschte darüber hinweg, dass sie zornig war.

Was bist du nur für ein hässliches, widerwärtiges Ding!“, rief Venus vom Balkon hinab. „Glaube ja nicht, dass ich mich erweichen lasse, weil du meinen Enkel unter dem Herzen trägst. Kummer! Sorge! Ins Verließ mit ihr! Lasst sie genauso leiden, wie mein Sohn es tut!“

Die Flügeltüren des Palastes öffneten sich und hinaus trat ein junges Mädchen. Das Haar fiel ihm lose ins Gesicht, sein Gewand war fleckig und zerrissen. Es kümmerte sich nicht darum, was es von sich zeigte. Gebückt ging es, als ob es eine gewaltige Last tragen würde. Immer wieder wischte es sich die Augen.

Ihm folgte eine alte Frau. Sie blickte gerade heraus und stützte sich beim Gehen auf einen Stock. Ihre Stirn wirkte zerfurcht, ihr Gesicht von tiefen Falten durchzogen. Obwohl sie den Mund zu einer Art Lächeln verzog, zeigten die Mundwinkel hinab.

Hastig band Liebeständelei Psyches Arme los und wich ein paar Schritte zurück. Das kleine Mädchen nahm Psyches Hand, die alte Frau legte eine Hand auf ihre Schulter.

Und in diesem Moment schwand Psyches Mut und jede Hoffnung. Sie fühlte sich schwach und leblos. Ihr Vorhaben war zum Scheitern verurteilt. Was sollte sie schon ausrichten gegen den Willen einer Göttin? Sie hatte Amor zutiefst gekränkt. Nie würde er ihr verzeihen. Nichts war sie im Vergleich zu all dem, was sie umgab. Selbst der Schmutz im Verließ war wertvoller als sie. Und schöner.

Psyche sank gegen die kalte Mauer des Kerkers. Kummer und Sorge überwältigten sie und sie hatte nicht einmal mehr die Kraft zu weinen.

 

Die Geister, die man rief …

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„Was kann denn gegen diesen Kummer helfen?“

„Nun“, sagte Pan und sah Psyche fest in die Augen. „Gegen alles ist ein Kraut gewachsen. Nur manch eines ist schwer zu finden. Doch heute ist dein Glückstag. Das, was du brauchst, ist eine neue Liebe.“

Pan setzte die Flöte ab und streichelte ihr mit den Fingerspitzen über den Rücken, federleicht. „Du könntest hierbleiben. Du wärest willkommen in unserem Kreis der Liebenden. Du würdest eine neue Liebe finden, gewiss. Vielleicht einen Satyr, vielleicht einen Stern, vielleicht jemanden wie mich …“

Hunderte Augenpaare sahen Psyche erwartungsvoll an. Sie spürte die Erleichterung, die im Vorschlag von Pan lag. Wie reizvoll es wäre, hier Zuhause zu sein und zu vergessen. Zu lachen, zu tanzen, zu feiern und zu trinken. Tagein tagaus und jede Nacht mit dieser lustigen Schar durch die Wälder zu ziehen.

„Ich suche schon seit einiger Zeit eine dauerhafte Gefährtin“, sagte Pan. „Eine einfache Frage, eine ehrliche Antwort: Willst du oder willst du nicht?“

Psyche wandte ihren Kopf zur Seite und hauchte:

„Nein. Es tut mir leid, ich kann nicht. Ich liebe ihn.“

Ein enttäuschtes Murmeln erklang von unten. Enttäuscht schürzte auch Pan die Lippen und zog seine Hand zurück.

„Nun, wenn du unbedingt leiden willst, dann willst du eben unbedingt leiden“, schloss Pan. Grinsend setzte er die Flöte wieder an. „Aber heute Nacht gehörst du zu uns.“

Und dann spielte er eine Melodie, die so fröhlich war, dass Psyche wie von selbst vom Stein in die wogende Masse der tanzenden Faune, Nymphen und Satyrn glitt.

 

 

„Amor! Wach auf!!!“ Das Zimmer zitterte, Pluto schlug so kräftig an die Tür, dass sie fast zu bersten drohte. „Wir haben eine Abmachung!“  Wieder wurde das Zimmer von berstenden Schlägen erschüttert.

„Liebesgott! Mach! Auf!“

Amor blinzelte verschlafen und richtete sich auf. In seiner Schulter pochten quälende Schmerzen. „Au“, wimmerte Amor und presste eine Hand auf den Verband.

„Tu nicht so wehleidig! Du entkommst mir nicht! Keiner entkommt mir!“

„Das ist gut“, keuchte Amor. „Ich bin bereit zu sterben …“

„Öffne die Tür!“

„Die Tür ist verschlossen, meine Ma hat den Schlüssel … “

Draußen herrschte einen Augenblick Stille. Dann beobachtete Amor, wie sich ein dunkler Nebel vom Türspalt her ausbreitete, feine Kreise zog und sich zu verwandeln begann. Und der Nebel wurde eine dunkle Gestalt mit einer Kapuze und einem strudelnden Gesicht.

„Hast du rausgekriegt, was mit Pyramus und Thisbe geschehen ist?“, blaffte Pluto.

„Wenn ich es dir sage, nimmst du mich dann trotzdem mit zu den Toten?“

„Auf jeden Fall“, entgegnete Pluto.

„Sie leben ewiglich in irgendwelchen Büchern, weil ihre Liebe ja soooo groß war.“ Amor rollte mit den Augen.

„Ein Liebespaar, hm?“ Hätte Pluto eine Stirn gehabt, er hätte sie sicherlich gerunzelt. Doch seine Stimme klang fröhlich.

„Na, dann lassen wir die beiden mal dort, wo sie sind. Denn die Liebe ist doch das schönste, was es gibt!“

Amor zog sich das Kissen über den Kopf. Das alles durfte nicht wahr sein!

„Was ist los mit dir?“, frage Pluto. „Bist du krank oder was?“

Amor linste unter dem Kissen hervor und deutete schwach auf seine Schulter. „Schwer verletzt.“

„Pah, das ist doch gar nichts!“

Pluto schnippte mit seinen Fingern und statt eines Strudels erschien auf einmal ein nahezu menschliches Gesicht unter der Kapuze.

„Wie findest du es?“, fragte Pluto. Seine Stimme strömte nun aus einem wirklichen Mund und sein Blick war viel leichter zu deuten. Neugierig sah er Amor an.

„Ähh …“ Amor war verblüfft über die plötzliche Verwandlung.

„Oder lieber so?“ Pluto schnippte noch einmal und sein Gesicht veränderte erneut die Form. Es war auf einmal bärtig mit dichten, buschigen Augenbrauen.

„Kantiger“, seufzte Amor.

„Kantiger?“, wiederholte Pluto und zwirbelte die Spitzen seiner Augenbrauen. „Das gefällt mir! Wie findest du mein Gewandt?“

Amor blickte Pluto skeptisch an. Warum verhielt er sich auf einmal wie Venus?

„Darf ich jetzt sterben?“, rief Amor verzweifelt.

Pluto schüttelte den Kopf.

„Sag mir erst, wie findest du es?“

Amor zog sich die Bettdecke bis zum Kinn und rollte mit den Augen.

„Sieht toll aus. Superschick. Ganz klasse.“

„Findest du? Meinst du das auch ernst? Sie ist nämlich wunderschön, musst du wissen“, fuhr Pluto fort, während er an seinem Kleidungsstück zupfte.

Plutos Gesicht verlor für kurze Zeit seine Form und Amor meinte, im Gewirbel unter der Kapuze einige Herzchen ausmachen zu können.

„Ich habe eine Frau gefunden. Die Frau, für die ich Blumen pflücken würde.“

„Ich will jetzt endlich sterben!“, japste Amor. Hatte sich denn alles gegen ihn verschworen?

 

Bücher und Freundschaft

 

Die laue Luft leitete Psyche durch die Gänge des Schlosses, bis sie schließlich an eine große Tür gelangte.
„Dort soll ich hinein?“, fragte Psyche.
Statt einer Antwort öffnete sich die Tür und der Wind flog hinein. Psyche strich ihr Haar zurück und betrat den Raum.
Er war riesig.
Sie stand auf einer Empore, von der eine Treppe hinabführte, deren Ende sich irgendwo in der Ferne verlor. Von der Treppe zweigten Wege ab, nach oben und nach unten und kreuz und quer durch das gewaltige Gewölbe. Durch große Fenster schien das Tageslicht und erleuchtete alles hell.
Die Wege wurden gesäumt von hohen Schränken, die keine Türen zu haben schienen. Darin waren unzählige, eckige Gegenstände aufbewahrt, die sich dicht aneinander schmiegten und die Schränke füllten.
Psyche schritt die Treppe hinab und blickte nach links und rechts. Die eckigen Dinger waren teils handlich, teils aber so dick und schwer, dass sie, vermutete Psyche, unmöglich gehalten werden konnten.
Etwa auf der Mitte der Treppe hielt Psyche an und zog ein Exemplar heraus.
Es war bei weitem nicht so fest, wie es von außen wirkte. Es öffnete sich und fiel flatternd zu Boden. Dort lag es und bewegte sich nicht.
Psyche war erschrocken zurück gesprungen. Nun äugte sie kritisch, bückte sich und hob es wieder auf. Das Ding offenbarte eine stattliche Anzahl viereckiger, dünner Tücher. Allerdings waren sie zu fest, um wirklich als Tücher durchzugehen.
Ein jedes davon aber war bemalt mit kleinen, sorgsam angefertigten Zeichen, die sich auf einmal zu verselbstständigen schienen, die … Psyche erschrak noch einmal … mit ihr sprachen! Die Zeichen formten sich zusammen und sprachen mit ihr! Und Folgendes sagten sie:
„Mr. und Mrs. Dursley, im Ligusterweg Nr. 4, waren stolz darauf, ganz und gar normal zu sein. Sehr stolz sogar. Niemand wäre auf die Idee gekommen, sie könnten sich in eine merkwürdige und geheimnisvolle Geschichte verstricken, denn mit solchem Unsinn wollten sie nichts zu tun haben.
Mr. Dursley war Direktor einer Firma namens Grunnings, die Bohrmaschinen herstellte …“
Kopfschüttelnd klappte Psyche das viereckige Ding zu und stellte es zurück in den Schrank. Was sollte das denn?
Dabei entdeckte sie, dass es auf seiner Rückseite eine kleine Gravur hatte, „Harry Potter“ stand darauf.
Seltsam, dachte Psyche. Auf jedem Ding gab es Zeichen, die sich in ihren Gedanken zu Worten formten.
„Grimms Märchen“
„Der Goldene Esel“
„Die Odyssee“
Die letzten Worte sagten ihr etwas. Es war der Titel einer Geschichte, die der Erzähler am Hofe ihres Vaters sehr oft erzählen musste. Psyche hatte sie geliebt.
Neugierig öffnete Psyche das viereckige Ding namens „Odyssee“. Zunächst erschienen die Zeichen ungeordnet, aber dann verschwammen sie und begannen, auf vertraute Weise von Odysseus und seinen Abenteuern zu erzählen.
Psyche stellte fest, dass die Geschichte in großen Teilen den Worten des Hoferzählers ähnelte. Hier und da wurde ein anderer Name genannt, hier und da fehlte etwas oder war hinzugekommen. Im Großen und Ganzen aber war es exakt die Geschichte, die der weißhaarige Mann am Hofe ihres Vaters so spannend zu berichten wusste.
Nach einer Weile taten Psyche die Beine weh. Sie blickte umher und fand ein kleines Sofa, das direkt am Fenster stand. Psyche setzte sich und nahm die Zeichen auf. Sie fühlte sich geborgen und wohl, fast so, als wäre sie wieder ein Kind und würde zu den Füßen ihrer älteren Schwestern spielend, den Worten des greisen Erzählers lauschen. Das war eine Zeit, in der sich Psyche noch nicht verschleiern musste, in der es keine Sorgen und Probleme gab, eine Zeit, die Psyche warm umhüllte, bis sich Dunkelheit über die Zeichen legte und Psyche erschrocken feststellte, dass sie den Weg zurück in ihr Zimmer unmöglich alleine finden würde.

Amor tastete sich vorsichtig durch die dunklen Gänge des Schlosses.
„Psyche?“, rief er. Und noch einmal „Psyche?“
„Hier bin ich“, hörte er Psyches Stimme aus einiger Ferne. Schritt für Schritt bewegte sich Amor in die Richtung, aus der die Worte ertönten. Er ärgerte sich über die Dunkelheit, wusste aber, dass dies die einzige Möglichkeit war, um überhaupt in Psyches Nähe zu sein.
Irgendetwas ging klirrend zu Bruch und Amor schnaufte verächtlich. Dann stieß er sich den Kopf an einer Tür.
„Au!“
„Hier!“, rief Psyche. Sie klang etwas verzweifelt, fand Amor.
Er erspürte die Klinke, drückte sie nach unten. Es musste die Bibliothek sein, wenn ihn seine Sinne nicht betrogen. Hier gab es viele Treppen, Sitzmöbel und andere Stolperfallen. Irgendwie schaffte er es, sich die Treppe hinunter zu tasten.
„Guten Abend, Psyche“, sagte Amor und setzte sich auf den nächstbesten Stuhl, der ihm in den Weg kam.
„Wie gut, dass du da bist“, sagte Psyche. „Ich habe hier völlig die Zeit vergessen und weiß gar nicht mehr, wie ich hier rauskomme!“
Amor grinste. „Klar, stets zu Diensten!“
Er konnte Psyches Atem hören. Es klang so lieblich, wenn sie die Luft bewegte. Er musste mit der Prinzessin reden, aber das hatte vielleicht noch ein bisschen Zeit.
„Hier, nehmt meine Hand“, sagte Amor, so galant er es vermochte.
Er fühlte, wie sich Psyches Finger in seine Handfläche legten. Täuschte er sich oder hatte sie den Ring angelegt?
„Und jetzt folgt mir!“
Mit stolzgeschwellter Brust führte Amor Psyche aus der Bibliothek. Wie durch ein Wunder fand er den Weg, ohne dass etwas zu Bruch ging.
„Danke!“, hauchte Psyche, als sie auf ihrem Bett Platz nahm.
Okay, dachte Amor. Jetzt muss ich es ihr sagen. Aber wie? Und was? Und, ach, Psyche …
„Was ist das überhaupt für ein wunderbarer Ort, an dem ich mich verloren habe?“, unterbrach Psyche seine Gedanken.
Amor setzte sich auf das Bett.
„Das ist eine Bibliothek.“
„Eine Bebilo… – was?“
„Bibliothek.“ Amor kratzte sich am Kopf. „Als ich das Schloss gemacht habe, da habe ich versucht, einen Ort zu erschaffen, der dir jeden Wunsch von den Augen abliest. Magst du Erzählungen?“
„Ja“, sagte Psyche verwundert. „Aber ich dachte, dass es dafür Erzähler braucht und nicht solche kleinen, viereckigen Dinger …“
„Viereckigen Dinger?“
„Ja“, sagte Psyche. „Mit Tüchern … oder sowas … da drin.“
„Oh“, sagte Amor. „Vielleicht Schriftrollen?“
„Nein“, sagte Psyche. „Aber es ähnelt dem schon sehr. Eine kompaktere Version einer Schriftrolle, könnte man sagen. Ich wusste nicht, dass es so viele gibt“, sagte Psyche erregt. „Aber … ich mag die Geschichten darin. Das heißt, wenn ich sie verstehe. Die Geschichten erzählten von “Fabriken“ und “Bohrmaschinen“. Ich kann mir nichts darunter vorstellen … du?“
„Nun“, begann Amor, „das weiß ich auch nicht. Vielleicht ist da etwas durcheinander geraten.“
Er biss sich auf die Lippe. Wahrscheinlich, vermutete er, hatte er es beim Bau des Schlosses etwas übertrieben. Möglicherweise waren verschiedene Zeiten durcheinander geraten. Das war überhaupt nicht gut!
Amor schüttelte den Gedanken ab.
„Also, äh, Psyche, hör mal, wir müssen reden …“
„Ja, unbedingt müssen wir reden!“, fiel Psyche ihm ins Wort. „Oh mein Gott, ich kann dir gar nicht sagen, wie … wie gut ich mich fühle! Ich glaube zwar immer noch, dass ich träume, aber, wenn ich ehrlich bin, ich habe mich noch nie so wohl gefühlt und ich würde diesen Traum gerne weiter träumen.“
„Psyche …“, versuchte es Amor.
„Nein, warte“, sagte Psyche. „Das alles ist so unglaublich, weißt du, so unglaublich, aber auch so gut! Ich freu mich so sehr, dass ich an einen solchen Ort gelangt bin. Gestern gab es leckeres Essen. Heute war ich in dieser, in dieser … Bibliothek. Ich wusste nicht mal, dass es einen solchen Ort gibt. Dort liegen so viele Geschichten. Viele von denen verstehe ich nicht, aber es ist, es ist einfach großartig! Und deswegen, liebes Untier, möchte ich Dir danken! Und wenn du mich heiraten willst, oder was auch immer, ich sage: Ja.“
Amor schluckte schwer.
„Zumal du ja eh nur ein Traumgespinst bist …“, fügte Psyche kichernd hinzu. Sie stand auf und hüpfte durch den dunklen Raum.
„Psyche, jetzt lass mich auch mal was sagen …“, bat Amor.
„Wieso, was gibt es da noch zu sagen?“, fragte Psyche und versuchte Amor, vom Bett zu ziehen. „Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie immer noch …, das habe ich heute gelesen. Tanz mit mir! So funktioniert das doch!“
„Psyche …“ Amors Stimme war kaum mehr als ein Flüstern. Es konnte nicht wahr sein. Die Worte, die er sich gestern noch so sehr gewünscht hatte, sprach sie heute aus. Doch er konnte nicht so einfach mit ihr tanzen.
„Psyche, warte. Das, was du tust, das, was wir tun … es ist gefährlich. Ich möchte dich nicht verletzten. Und das könnte geschehen.
„Wie soll das geschehen?“, fragte Psyche lachend. „Ich träume doch nur!“
„Nein, das tust du nicht“, sagte Amor, bezweifelte aber, dass Psyche ihm glaubte.
„Also keine Hochzeit?“, fragte Psyche.
„Ja“, sagte Amor und war froh, dass Psyche nicht sehen konnte, wie er errötete.
„Dann … Freunde?“, fragte Psyche.
„Na ja“, sagte Amor. „Freunde reden miteinander, helfen sich, machen so dies und das … manchmal ärgern sie sich auch … aber auf jeden Fall ist es nicht ganz so gefährlich, wie eine Beziehung.“
„Okay“, sagte Psyche. „Das ist wirklich der verrückteste Traum, den ich je hatte! Lass uns also Freunde sein.“
„Äh … okay!“, rief Amor, allerdings spürte er einen Stich der Enttäuschung, dass Psyche überhaupt keine Bedenken hatte, ihn nicht zu heiraten.
„Morgen Abend kann ich übrigens nicht kommen“, sagte Amor.
„Macht nichts“, sagte Psyche. „Ich versuche, mich dann morgen nicht zu verlaufen.“
„Gut“, sagte Amor trocken. „Dir macht es also gar nichts aus?“
„Nein“, sagte Psyche. „Warum sollte es?“
„Ach, ich dachte nur …“, sagte Amor. Die Enttäuschung stach tiefer.
„Ich bin im schönsten Schloss, mit den besten Geschichten, dem leckersten Essen … ich könnte Jahrzehnte hier verbringen, ganz alleine …“
„Dann hast du bestimmt nichts dagegen, wenn ich jetzt schon gehe“, fauchte Amor und rannte wütend aus dem Schloss.

Der Kuss

Amor fühlte sich bestens vorbereitet. Er hatte den perfekten Köder gefunden. Es gab nichts, das eine Erdenfrau mehr faszinierte als dieses winzige Etwas. Amor wusste zwar nicht, warum gerade dieses Objekt so anziehend wirkte, allerdings musste er zugeben, dass es sich sehr angenehm anfühlte.
Vorsichtig tapste er durch das dunkle Schloss. Es war finster wie die Nacht, genauso wie er es geplant hatte.
In der Hand hielt er das kleine Ding, das ihm als Köder dienen würde. Daran befestigt war eine lange, dünne Kette. Sobald die Prinzessin danach schnappte, würde er sie an sich ziehen und dann …
Der Gedanke verursachte ein prickelndes Gefühl in seinem Bauch.
Amor grinste glücklich.

Voller Angst lauschte Psyche. Gewiss war es das Ungeheuer, das sich dort im Flug bewegte. Oh, sie war so dumm! Den ganzen Tag über hatte sie die Bedrohung ignoriert, nur ab und zu war die Erkenntnis wie ein Schrecken über sie gefallen. Aber gleich darauf hatte sie sich einlullen lassen von all den Wunderdingen dieses Schlosses. Wenn sie doch geflohen wäre! Jetzt war es zu spät. Sie konnte nichts mehr tun.
Die Schritte näherten sich.
Psyche umklammerte die Vase. Sie würde sich nicht kampflos ergeben. Im Raum war es stockfinster. Sollte sie sich verstecken? Würde ihre Hässlichkeit sie schützen? Konnte das Ungeheuer in der Dunkelheit sehen?
„Oh Mist!“, rief da eine Stimme und etwas im Flur ging klirrend zu Bruch.
Das Ungeheuer war also genauso blind wie sie, schloss Psyche. Nicht einmal ihre Hässlichkeit würde sie retten. Psyches Herzschlag übertönte fast das leise Knarren der Tür. Sie hielt den Atem an.
Mit einem leise „Pling“ landete etwas auf dem Boden. Direkt neben ihr. Ein feines, schleifendes Geräusch ertönte. Psyche hielt sich schützend den Arm vors Gesicht und erwartete das Schlimmste.
Das schleifende Geräusch wiederholte sich. Ruckartig. Oder war es vielmehr ein Klingen? Weiter geschah nichts. Kein hereinstürmendes Ungetüm, kein Angriff.
Psyche nahm wahr, dass ihre Finger schmerzten. So fest hielt sie die Vase umklammert.
Und wieder ertönte ein klingendes Geräusch.
Stirnrunzelnd hockte sich Psyche auf den Boden und stellte die Vase ab.
„Wer ist da?“, flüsterte sie.
Keine Antwort. Dafür aber bewegte sich das Klingen jetzt schnell springend fort. Psyche griff danach und fühlte etwas Kleines, Rundes, das in der Mitte ein Loch hatte.
„Ein Ring“, stellte Psyche verwundert fest. Was sollte das denn?
Sie bemerkte, dass an dem Ring noch etwas befestigt war. Es war hauchdünn, fast nicht zu spüren, vielleicht ein Spinnengewebe, nein, dafür war es zu fest. Was war es?
Mit einem Ruck wurde Psyche fortgezogen und fand sich im selben Moment wieder in einer Umarmung, gepresst an einen Körper, von dem ein so betörender Duft ausging, dass ihr Schrecken sich mit einem Atemzug verlor.
„Du gehörst jetzt mir“, flüsterte eine Stimme in ihr Ohr.
Dann spürte sie einen weichen Mund auf ihren Lippen. Der Geruch war noch stärker als zuvor, er vernebelte ihren Geist.

„Was tu ich hier?“, fragte sich Psyche. Ich küsse. Wie denn? Ich küsse? Ist das eine Zunge? Wie soll ich die Lippen bewegen? Wie atmen? Küssen. Es funktionierte einfach so. Seltsam. Und irgendwie …
Bevor sich Psyche völlig verlor, löste sie ihre Lippen.
„Wow“, sagte die fremde Stimme. „Das ist ja besser als fliegen.“
Psyche versuchte, ihre Gedanken zu ordnen. „Fliegen?“
„Klar! Ich zeig es dir!“
Sogleich wurde Psyche hochgehoben und spürte für einen kurzen Moment, wie sie in den Armen des Fremden tatsächlich flog.
Dann stieß er sich den Kopf an der Decke und beide fielen unsanft zu Boden. Direkt neben die Blumenvase. „Hatschi!“, schnaubte Psyche.
„Wer –hatschi- oder was bist du überhaupt?“, brachte Psyche zwischen ihrem Nießen hervor.
„Das ist doch nicht wichtig!“, sagte der Fremde und lachte. „Lass uns lieber noch einmal küssen!“
Psyche musste wieder niesen. Sie brauchte unbedingt ein Tuch, um sich die Nase zu schnäuzen.
„Moment mal …“, sagte sie und tastete in der Dunkelheit. „Warum ist das hier so finster?“, murrte sie. „Gibt es keine Fackeln?“
„Nein!“, sagte der Fremde. „Das habe ich extra so eingerichtet!“
Psyche erspürte das Laken und schnäuzte sich die Nase. Der Fremde rückte an sie heran. „Sowas passiert mir öfter. Ich meine, dass ich mich irgendwo stoße. Aber ich bin auch selbstbewusst. Und behaart. Und ich möchte dich noch einmal küssen. Ich liebe dich nämlich!“
Psyche wischte sich die tränenden Augen und rückte weg. „Ich … ich muss nachdenken“, sagte sie. „Das ist alles so … verwirrend!“
„Dann … äh … klar, denke! Du kannst alles denken und mir dann alles sagen, Psyche. Das ist so, wenn man sich liebt.“
Der Fremde versuchte, ihre Hand zu finden. Psyche zog sie vorsichtig zurück. Was war das für ein Wesen? So etwas hatte sie noch nie erlebt. Hatte es gerade gesagt, dass es sie liebte?
„Du sprichst von Liebe?“, fragte Psyche. „Ist das dein Ernst?“
„Ich schwöre es bei meinem Leben!“
„Bis vor ein paar Minuten habe ich noch gedacht, du willst mich töten …“
„Wie bitte?“ Die Stimme klang ehrlich entsetzt. „Warum hast du das gedacht? Was hätte ich tun können, es zu verhindern? War etwas nicht zu deiner Zufriedenheit?“
Psyche erinnerte einzelne Bilder des Tages. Der leckere Kuchen, das schaumige Bad …
„Nein, es war alles … gut. Aber ich wusste nicht, was mich erwartet.“
„Es tut mir leid“, gab die Stimme zu. „Daran habe ich nicht gedacht.“
„Wer oder was bist du?“, beharrte Psyche.
„Ich kann es dir nicht sagen. Ich werde alles tun, alles, was du willst, aber das kann ich dir nicht sagen.“
„Warum nicht?“
„Es geht nicht. Psyche, bitte, frag nicht weiter. Ich … ich liebe dich!“
Das fremde Wesen machte den Versuch, sich ihr wieder zu nähern. Sein Geruch war einfach zu gut. Psyche hielt sich die Nase zu, bevor sie wieder den Verstand verlor.
„Gut, dann sage mir, was dieses Schloss ist. Ich habe so etwas noch nie gesehen.“
„Es ist ein Traumschloss. Ich habe es für dich erschaffen.“
„Das ist unmöglich!“
„Gefällt es dir nicht?“
„Darum geht es nicht!“, rief Psyche aufgebracht. „Das alles kann einfach nicht wahr sein!“
„Wieso sagst du so etwas?“, fragte die Stimme. „Es ist wahr, warum glaubst du das nicht?“
Das fremde Wesen sprach auf einmal ganz leise. „Du hast den Köder gefunden. Du hast den Ring … Komm zu mir, bitte!“
Es klang so verzweifelt, dass Psyche einen Moment stutzig wurde.
„Wieso?“, fragte sie.
„Ich weiß nicht …“, sagte das Wesen und Psyche konnte hören, wie die Stimme leicht zitterte: „Liebst du mich denn nicht?“
Psyche schüttelte den Kopf. Das alles war viel zu absurd, um wahr zu sein. Aber wie verrückt sie auch geworden war, sie wollte niemandem eine Erklärung schuldig bleiben.
Also sagte sie:
„Ich weiß doch überhaupt nicht, wer oder was du bist. Ich kenne dich nicht. Um jemanden zu lieben … das dauert. Das ist nicht einfach so da. Glaube ich zumindest. Und all diese Dinge hier … wahrscheinlich träume ich nur. Das ist ein Trugschloss, es wird zerplatzen, sobald ich die Augen öffne. Außerdem ist es stockfinster. Wenn du mich sehen würdest, dann würdest du … “
„Ich habe dich gesehen“, unterbrach das Wesen ihre Gedanken. „Und im selben Moment habe ich mich in dich verliebt.“
„Ha!“, Psyche lachte trocken auf. „Ich wusste, dass hier etwas nicht stimmt. Das kann unmöglich sein! Niemand würde das tun. Keiner. Verstehst du? Irgendwas läuft hier gehörig schief, ich bin doch nicht bescheuert. Vielleicht ist das ein lange gehegter Plan … irgendwas Gemeines. Oder ich bin einfach nur verrückt geworden. Ich bin verrückt geworden …“

Amor versuchte ein paar Mal, Psyche zu beruhigen, aber sie schien ihn nicht zu hören. Also verließ er schlurfend das Zimmer. Er war so betrübt, dass er nicht einmal fliegen konnte. Auf seinem Weg stieß er gegen so ziemlich jede Vase und jede Kostbarkeit, die im Schloss aufgestellt war. Klirrend zerbrachen sie auf dem Boden. Egal. Egal. Es war ihm egal.
Was hatte er falsch gemacht? Der Kuss war das Schönste, was er bisher erlebt hatte. Psyches Lippen hatten sich so wundervoll angefühlt, einfach perfekt, und doch, nur einen Moment später, hatten diese harten Worte sie verlassen. Worte, die ihn getroffen hatten, wie Steine.
Er hatte alles so gemacht, wie Apollo es gesagt hatte. Aber er hatte versagt. Psyche würde ihn niemals lieben. Der Pfeil würde seine Wirkung nur tun, wenn sie ihn sah. Und das war unmöglich.
Er musste etwas tun! Er konnte ohne Psyche nicht leben. Dieser Kuss … und hatte sie ihn nicht erwidert? Hatte sie sich nicht an ihn geklammert, ja, ihn umarmt, ein wenig festgehalten, wenigstens ebenfalls berührt?
Hinter Amor schlossen sich die großen Flügeltüren. Am Himmel zeigte sich der Mond. Er machte ein trauriges Gesicht, fand Amor. Es war Vollmond und keine günstige Zeit, um Diana einen Besuch abzustatten, aber er brauchte ihren Rat. Er hatte etwas falsch gemacht, aber er wusste nicht, was es war. Er brauchte den Rat einer Frau. Und dann dachte er wieder an diesen Kuss. Dieser Kuss …