Die Zwei-Zehn-Götter


Der Olymp. Von Charles-Amédée-Philippe van Looonline, Gemeinfrei, Link

Der folgende Beiträg enthält eine Übersicht über die Herkunft der zwölf olympischen Götter und ihren Auftritt in meinem im Dezember 2017 erscheinenden Roman „Amor und Psyche“. Abschließend gibt es einen Exkurs zur Zwei-Zehn oder Zwölf (12) – eine Zahl mit mythologischem Hintergrund.

Die Götter der Griechen und Römer waren überaus zahlreich. Es gab aber sowohl in Griechenland als auch in Rom ein festes Pantheon, also ein Verständnis davon, wer zu den Hauptgöttern zählte. Bereits von antiken Autoren werden 12 Götter zu den Hauptgöttern gezählt.
Die europäische Kultur-Geschichte begann allerdings weder mit den Römern (ca. 6. Jh. v. Chr.) noch mit den Griechen (ca. 9. Jh. v. Chr.), sondern mit solch weitgehend unbekannten Völkern wie den Hethitern, Assyrern, Urartäern, Babyloniern, Sumerern. Dies sind alte Hochkulturen, die ebenfalls mehrere Götter verehrten. Die Geschichte der Sumerer beginnt beispielsweise schon im Jahr 5000 vor Chr. Bekannter, aber nicht älter, sind nur die Ägypter.

Typisch für die Assyrer: Menschenköpfige, bärtige Flügelwesen. Von Austen Henry Layard 1817-1894. – (Originaltext: aus Layards Buch “Nineveh and Babylon; a narrative of a second expedition to Assyria during the years 1849, 1850, & 1851”), Gemeinfrei, Link

Keilschrift Keilschrift. Schriftzeichen dieser alten, eher unbekannten Kulturen. – Der Grund, warum auch der „Lehmofen“ seinen Namen trägt, denn die alten Texte wurden früher im Ofen wie Kekse „gebacken“. Von Hammurabi, King of Babylonia;Ungnad, Arthur, b. 1879 – https://www.flickr.com/photos/internetarchivebookimages/14576489278/Source book page: https://archive.org/stream/briefeknighamm00hamm/briefeknighamm00hamm#page/n19/mode/1up, No restrictions, Link

Die Geschichte „vor” dem Jahre 0 mit den Menschen, die an viele Götter glaubten, dauerte also bereits viel „länger“ als die Geschichte nach dem Jahr 0, die – zumindest heute – erst in den achten von insgesamt 12 Monaten, also August 2017, reicht.

Man kann sagen, dass alle römisch-griechischen Götter schon in den Gottheiten der alten Kulturen angelegt sind. Ähnlich wie im Beitrag über Mutunus Tutunus  sind es zwar niemals dieselben Götter, aber ihre Eigenschaften überschneiden sich. So ist z.B. Venus die Göttin der Liebe bei den Römern, Aphrodite bei den Griechen, Ishtar bei den Babyloniern, Inanna bei den Sumerern.
Auf der Website http://www.diegoetter.de findet man dazu viele Hintergrundinformationen.

Venus Venus/Aphrodite in einer bildnerischen Version des frühen 20. Jh. By Herbert James Draperhttp://1.bp.blogspot.com/_-H-t Wz1VNU/SoBcp_6TLKI/AAAAAAAAFIc/oIs6S25o8C4/s1600-h/Draper_PearlsOfAphrodite_100.jpg (cropped), Public Domain, Link

Ishtar Ishtargravur auf einem Tongefäß. By © Marie-Lan Nguyen / Wikimedia Commons, Public Domain, Link

Teil eines ehemaligen Inanna-Tempels in Uruk. By Miguel Hermoso CuestaOwn work, CC BY-SA 4.0, Link

Doch nicht nur die Götter und ihre Eigenschaften, auch die Erzählungen von den Göttern überschneiden sich, verändern sich aber auch mit der Zeit. So gibt es einen sehr alten Mythos über Inanna und Dumuzi, wo – je nach Quelle – mal er, mal sie in die Unterwelt geschickt wird oder selber dorthin geht und später wieder rauskommt. Bei den Griechen/Römern findet sich die Geschichte in abgewandelter Form für Persephone/Proserpina und Hades/Pluto wieder.
Und auch im Christentum hat die Geschichte – in etwas anderer Form – Einzug gehalten und wird bis auf den heutigen Tag erzählt. An Karfreitag stirbt Jesus, am Ostersonntag darf er das Totenreich verlassen, ist „auferstanden von den Toten“. Und auch viele andere Kulturen kennen diese Art von Erzählung. Ein eigener Blog-Artikel dazu würde sich lohnen. 🙂

Unterwelt Hier ein Beispiel aus der nordischen Mythologie. Heimdall verlangt die Rückkehr Iduns aus der Unterwelt. By Carl Emil Doepler (1824-1905) – Wägner, Wilhelm. 1882. Nordisch-germanische Götter und Helden. Otto Spamer, Leipzig & Berlin. Page 285., Public Domain, Link

Diese Erzählung von “Tod und Auferstehung” hat also den Wandel der Zeiten bis auf den heutigen Tag überdauert. Warum das so ist, kann man nur vermuten. Ich denke: Zum Einen erleichtern diese Unterwelts-Rückkehr-Geschichten die Tatsache, dass der Mensch irgendwann einmal stirbt. Zum Anderen gibt es diesen Kreislauf von „Untergang“ und „(Wieder)Geburt“ auch ganz faktisch schon seit Menschengedenken, da sich die Sonne (oder auch der Mond) mal länger und mal kürzer am Himmel aufhält im Laufe unseres in 12 Abschnitte eingeteilten Jahres.

Tagundnachtgleiche Ein Astrologe beobachtet die Tag-und-Nachtgleiche. Im Hintergrund Adonis und Venus. (ca. 17. Jh. n. Chr.) By Domenicus van Wijnenpl.pinterest.com, Public Domain, Link

Dieser Erzählung – auf ihre Grundaspekte reduziert – ist auch kein europäisches, sondern ein weltweites Phänomen. Denn auch in anderen, alten und moderneren Gedankensystemen findet sich diese Spannung zwischen „Werden“ und „Vergehen“, „Tag“ und „Nacht“, „Frau“ und „Mann“.
Das bekannteste Symbol dafür ist wohl dieses hier:

Ying Yan Yin Yang. By Kenny Shen – Own work, Public Domain, Link

Für Spannungen ist auch das römisch-griechische Pantheon bekannt. Denn darin finden sich genau 6 Frauen und 6 Männer, verquere Beziehungen, Liebe und Triebe. Bzw. dieselbe Anzahl männlicher und weiblicher Gottheiten.

Namentlich sind es griechisch/römisch:

Zeus/Jupiter
Hera/Juno
Poseidon/Neptun
Demeter/Ceres
Minerva/Athene
Apollon/Apollo
Artemis/Diana
Ares/Mars
Aphrodite/Venus
Hephaistos/Vulkanus
Hermes/Merkur
Hestia/Vesta

Hochzeit Hier ein Schnappschuss von ihnen auf der Hochzeit von Amor und Psyche. (16. Jh. n. Chr.) By Creator:Raphael (Raffaello Sanzio or Santi)http://www.metmuseum.org/art/collection/search/692282This file was donated to Wikimedia Commons by as part of a project by the Metropolitan Museum of Art. See the Image and Data Resources Open Access Policy Deutsch | English | Esperanto | Português | +/−, CC0, Link

Der Einfachheit halber bleibe ich bei der Namensverwendung in der römischen Variante. So habe ich es auch in “Amor und Psyche” gehandhabt.

Jupiter ist der Göttervater und wurde im Großen und Ganzen in seiner ursprünglichen, antiken Variante belassen. Als letztgeborener Sohn des Titanenpaares Kronos und Rhea, erhält er von seiner Mutter die Aufgabe, all seine Geschwister, die der Vater aus Angst vor Entmachtung gefressen hatte, zu befreien und dann über die Erde zu herrschen.
Nicht alle Olympier sind aber die Geschwister Jupiters. Und sein Bruder Pluto, der Gott der Unterwelt, der in meinem Buch eine ganz entscheidende Rolle spielt, zählt historisch betrachte nicht einmal zu den großen 12 Göttern, die über die Erde herrschen. – Er ist eben ein Unterweltsgott.

Jupiter Adler. Jupiter und Ganymed. Und Prometheus. (16. Jh.) By Christian Griepenkerl – found online [2], James Steakley, Public Domain, Link

Hades Pluto und Proserpina. Und der Zerberus. (19. Jh.) By Publisher: Eduard Trewendt, Atelier für Holzschnittkunst von August Gaber in Dresden – Mythologie der Griechen und Römer für die reifere und gebildete weibliche Jugend,Von Julie Hoffmann; 264 Seiten, Breslau 1864, Public Domain, Link

Apollo und Diana kommt in meinem Roman eine besondere Stellung zu. Diana, die Mondgöttin, habe ich in ihren Eigenschaften ebenfalls sehr „natürlich“ übernommen. An Apollo, Amors bestem Freund, habe ich mich schriftstellerisch allerdings ausgetobt.
Klassischerweise ist er der Gott der Erkenntnis und des Lichts, in meinem Roman „Amor und Psyche“ wird er zum Sonnengott erhoben.
Das mag unter anderem an Bildern wie diesen liegen:

Phaeton Phaeton auf dem Wagen von Apollo. (18 Jh.) By Nicolas Bertin, Public Domain, Link

Apollo Apollo in seinem Wagen. By Cosmas Damian AsamHQFUx1ynbAZohw at Google Cultural Institute maximum zoom level, Public Domain, Link

Aurora und Apollo Aurora und Apollo. By Costantino Cedini – Sotheby’s, Sale N08952 (New York, 2013-01-31–2013-02-01), Public Domain, Link

Venus und Mars spielen als Amors Eltern eine ebenfalls wichtige Rolle. Daneben auch Vulkanos, der beziehungstechnisch betrachtet der Stiefvater von Amor ist.

Venus und Mars Venus und Mars (antikes Fresco mit Magd und Amor). By SailkoOwn work, CC BY-SA 3.0, Link

Venus und Mars Venus, Mars und Amor. By SailkoOwn work, CC BY 3.0, Link

Vulkanos und Venus und Mars Vulkanos genervt von Venus und Mars Affaire. By Guillemot, Alexandre Charles (1786 – 1831) – Artist (French)Details of artist on Google Art ProjectNgFVL6Vteg3K6Q at Google Cultural Institute maximum zoom level, Public Domain, Link

Juno (Muttergöttin), Ceres (Göttin des Getreides), Neptun (Gott des Meeres), Athene (Göttin der Weisheit), Merkur (Götterbote) und Vesta (Göttin des ewigen Herdfeuers) spielen bei „Amor und Psyche“ keine umfangreiche Rolle, kommen aber als Nebenfiguren vor.

Hera Juno. By VaskryOwn work, CC BY-SA 4.0, Link

Demeter Ceres. By SteffenheilfortOwn work, CC BY-SA 3.0, Link

Poseidon Neptun. By No machine-readable author provided. Neuceu assumed (based on copyright claims). – No machine-readable source provided. Own work assumed (based on copyright claims)., CC BY-SA 3.0, Link

Minerva Athene. By Miguel Hermoso CuestaOwn work, CC BY-SA 3.0, Link

Hermes Merkur. By Phidias (?) – original photo by Marie-Lan Nguyen (September 2009), CC BY 2.5, Link

Hestia Vesta. By Unknown[1], Public Domain, Link

Dafür finden sich in „Amor und Psyche“ einige andere Figuren der Antike, z.B. diese hier:

Pan Pan. Hier mit Venus und Amor. By Tilemahos Efthimiadis from Athens, Greece – Group of Aphrodite, Pan and Eros. About 100BCUploaded by Marcus Cyron, CC BY-SA 2.0, Link

Musen Die Musen. By Pierre Puvis de Chavannes – Pierre Puvis de Chavannes, 1884-1889, Public Domain, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=19584966

Und nicht zuletzt gebührt eine besondere Ehre den beiden Protagonisten, die allerdings nicht zu den Hauptgöttern des Olymp zählen.

Amor und Psyche Amor und Psyche. By Reinhold Begas (1831-1911) – Alte Nationalgalerie, CC0, Link

Amor und Psyche Amor und Psyche. By Ernst Roeber (1849-1915) – Dorotheum, Public Domain, Link

Amor und Psyche Amor und Psyche. By Adamo Tadolini (Skulptur), Carlo Brogi (Fotografie) – Eigener Scan, Mediathek des Instituts für Kunst- und Bildgeschichte der Humboldt-Universität zu Berlin, Public Domain, Link

In meiner Interpretation handelt es sich bei ihnen um die beiden “Urprinzipien” von “Herz” und “Verstand” oder Liebe und Geist (Gedanken), einem göttlichen und einem menschlichen Aspekt, die eigentlich zusammen gehören, sich aber erst dann erkennen, wenn sie einander verlieren.

Was hat es nun mit der Zahl 12 auf sich?

Wenn man sich die Entstehung von Zahlsystemen ganz allgemein ansieht, landet man unweigerlich wieder bei den frühen Hochkulturen. Auf die Babylonier geht beispielsweise unsere – noch heute gültige – Einteilung der Stunde in 60 Minuten zu je 60 Sekunden zurück. Sehr wahrscheinlich ist dies ein Ansatz, den auch schon die Sumerer verfolgten.

Babylonisches Zahlsystem Babylonische Zahlen. Von Josell7File:Babylonian_numerals.jpg, GFDL, Link

60 besteht aus 5 x 12. Der Tag besteht aus 2 x 12 Stunden. Das Jahr aus 12 Monaten (der Mond umrundet die Erde in einem Jahr meistens 12 Mal, manchmal auch 13 Mal, dazu gkazakou).
Das römisch-griechische Pantheon besteht, wie oben beschrieben, aus 12 Hauptgöttern.

Daneben findet man diese Zahl in vielen anderen Gedankensystemen:

Odin hatte 12 Söhne.

Das heidnische Fest der „Rauhnächte“ dauert(e) 12 Tage. (Nacht Wintersonnenwende/etwa Weihnachten bis 6. Januar.)

Jesus hatte 12 Jünger.

Jakob (eine Figur des Alten Testaments/Bibel) hatte 12 Söhne, die die 12 Stämme Israels (Judentum) begründeten.

Die Stadt Jerusalem hat (immer noch) 12 Tore, die von 12 Engeln bewacht werden (wer weiß?).

Mohammed hatte – in einer Richtung des Islam (Shia, 12er-Shiiten, heute v.a. im Iran ansässig) – 12 ihm nachfolgende Imame. Ein Imam ist ein muslimisches Oberhaupt, an das man sich mit religiösen Fragen wenden kann. Sie sind also als eine Art Priester tätig, haben aber auch politische/weltliche Aufgaben.

In China gibt es die Einteilung der Zeit in einen 12-Jahres-Rhythmus, sogenannte „Erdzweige“. (Vergleichbar mit unseren Sternzeichen, Horoskopen.)

Die Ritter der Tafelrunde hatten die Anzahl 12.

Mit etwa12 Jahren galten Menschen im Mittelalter (und auch in der Antike) als „erwachsen“. Heutzutage beginnt etwa dann die Pubertät.

Die Gebrüder Grimm haben die Zahl in einigen Märchen verwendet. (Dornröschen, Die 12 Brüder …)

Im römischen Reich gab es 12 Liktoren (Bodyguards für damalige Politiker), die Rutenbündel (teils 12 Ruten + Beil) als Zeichen ihrer Macht getragen haben.

Im 12. Monat des Jahres 2012 sollte – dem Maya-Kalender zufolge – die Welt untergehen.

Und last but not least:

Es gibt 12 Jyotirlinga(m)s: die 12 heiligsten indischen Tempel für den Gott Shiva.  – Ein letzter, aktueller Bezug zu: Mutunus Tutunus 🙂 

Fest zu Ehren Shivas mit Lingam-Repräsentationen. By ChaubalsOwn work, CC BY-SA 4.0, Link

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Der Sieger

***Heute etwas später als sonst am Abend, das neuste Kapitel von “Amors Abenteuern”. Rosa Schweino ist schuld. Viel Freude beim Lesen!***

„Was für ein Ritt, was für ein Tag!“, rief Jupiter, streckte seinen Arm in die Höhe und ließ Blitze zucken. „Ich fühle mich um tausend Jahr verjüngt! Deinen Job, mein lieber Sohn, möchte ich haben!“

Galant sprang er aus der Kutsche und übergab Apollo Peitsche und Zügel, küsste ihn links und rechts auf die Wange und klopfte ihm auf die Schulter. Dann wandte er sich zu Amor.

„Amor, sei gegrüßt!“

Jupiter schüttelte ihm die Hand. „Sohn meiner schönsten Tochter Venus! Welche Freude, dich hier zu sehen! Und Diana natürlich, meine Holde“, sagte Jupiter und verneigte sich leicht.

„Vater, du willst bestimmt wissen, warum du heute Morgen für Apollo einspringen musstest. Also: Amor hat einen Liebespfeil auf Apollo und das Gegenteil auf so eine Nymphe geschossen. Er hat dafür gesorgt, dass sich mein armer Bruder, dein Sohn, bis auf die Knochen blamiert hat!“

„Sie hieß Daphne“, sagte Apollo trocken.

„Es ist eine Freude euch alle hier zu sehen!“, rief Jupiter und drehte sich im Kreis. „Ja, ein gänzlich unverhofftes, aber freudvolles Treffen!“

„Aber Vater!“, rief Diana.

„Aber Diana!“, Jupiter klatschte in die Hände. „Keine Beschwerden, zumindest vorerst. Lasst uns diesen Abend mit Nektar, Ambrosia und Wein vollenden, denn so jung wie heute kommen wir nicht mehr zusammen!“

Verwundert schlurfte Amor hinter Vater und Sohn in den olympischen Palast. Apollo und Jupiter fachsimpelten über Lenktechniken und Feuerpferdpflege. Hinter sich hörte er Diana fluchen.

Der Palast bestand fast gänzlich aus weißem Marmor. Hier und da standen ein paar Stelen auf denen massige Fratzen thronten.

Amor musste an Psyche denken, die jetzt, nach Sonnenuntergang, mit seiner Rückkehr rechnete. Er seufzte sehnsüchtig.

„Das ist die Galerie unserer Ahnen“, sagte Jupiter und drehte sich nach ihm um. „Dieser alte Haudegen hier, mein Vater Saturn, hatte alle meine Geschwister verspeist.  Hätte meine Mutter mich damals nicht vor ihm versteckt und ihm statt meiner einen Stein zu fressen gegeben: wir alle würden nicht existieren.“

Die Statuen zogen an ihnen vorbei. Im nächsten Raum, riesengroß und strahlend weiß, fand sich in der Mitte eine gedeckte Tafel. Jupiter geleitete Amor, Diana und Apollo dorthin und befahl ihnen, sich zu setzen.

Auf einen Fingerzeig Jupiters füllten sich die Kelche mit einer roten Flüssigkeit.

„Dann lasst uns anstoßen“, sagte Jupiter. „Auf das Wohl meines Sohnes Apollo und seine erste große Liebe!“

„Vater, bitte, das ist doch kein Grund …“, sagte Apollo.

„Doch. Prost!“, unterbrach Jupiter und die Kelche stießen klangvoll zusammen. Amor nahm einen kräftigen Schluck.

„Wisst ihr“, sagte der Göttervater und richtete sich auf. „Bevor es Amor gab, fand die Liebe die Götter auf seltsamen Wegen, einen Weg aber fand sie immer. Ich fürchtete schon, in den heutigen Tagen sei sie für die Wolkenbewohner verloren. Also, freu dich einfach, dass du auch mal von ihr heimgesucht wurdest. Nebenbei gefragt: wie war es? Wild, leidenschaftlich, besessen?“

„So ungefähr“, sagte Apollo. Er schmunzelte verlegen.

„Aber die Angebetete hat dich nicht erhört?“

Apollo schüttelte den Kopf.

„Tja …“, Jupiter legte seine Stirn in Falten. „Dabei bist du ein Gott. Diese Frauen … unberechenbar.“

Diana verdrehte die Augen.

„Wie ich schon sagte, das war Amor. Es war sein Pfeil, ein falscher Pfeil! Es war nicht die Schuld einer Frau!“, rief Diana.

„Es lag am Pfeil?“, fragte Jupiter.

„Ja! Hörst du mir überhaupt zu? Und abgesehen davon, wollte sie … sie wollte das wirklich nicht, diese Nymphe, sie hat ihren Vater um Hilfe angefleht, wollte, dass er sie verwandelt,-  und Apollo hat einfach nicht aufgehört … es war schauderhaft!“

„Wie du sagtest, es lag am Pfeil“, schloss Jupiter. „Eigentlich wollte sie es auch.“

Apollo nickte.

„Das glaube ich nicht!“, rief Diana. „Das glaube ich einfach nicht.“ Die Wangen der Göttin leuchteten  Rot.

„Das ist einfach mal wieder so typisch … Männer!“

Sie nahm einen kräftigen Schluck, wischte sich mit dem Handgelenk über die Lippen und sagte mit fester Stimme: „Ich verstehe. Ihr seid einfach nicht mehr bei Trost. Da kann man nichts machen.“

Sie atmete tief ein und grollte dann, als wäre sie eine Donnergöttin: „Ich für meinen Teil wünsche, Vater, dass du diesem da“, – sie zeigte auf Amor – „für immer verbietest, Pfeile auf mich zu schießen. Denn ich, ich will mich niemals verlieben!“

Amor wäre am liebsten unter dem Tisch verschwunden, um sich vor den Blitzen aus Dianas Augen zu verstecken.

„Schwöre es!“, kreischte Diana.

„Also, äh, gut“, keuchte Amor. „Ich tu´s nicht, versprochen. Hätt ich eh nicht, ich meine …“

„Gut“, sagte Diana und faltete die Hände vor ihrem Gewand. „Vater, du hast seinen Schwur vernommen?“, fragte Diana.

„Gewisse, mein Kind“, sagte Jupiter und prostete ihr nickend zu.

“Dann werde ich jetzt gehen”, sagte sie. Sie ließ einen kurzen Pfiff ertönen und die Mondhirsche kamen mit der Kutsche durch den Lichtschacht des Speiseraumes getrappelt. Ohne ein weiteres Wort schwang sich die Göttin auf ihre Kutsche. Jupiter, Apollo und Amor blickten Diana schweigend hinterher.

„Vater, ich habe auch eine Bitte an dich“, sagte Apollo nach einer Weile. „Die Nymphe, die ich liebte, hat sich in einen Baum verwandelt. Einen Lorbeerbaum. Und ich möchte gerne, im Andenken an sie, dass dieser Baum geehrt wird. Es soll ein heiliger Baum sein, dem sich jeder nur mit Ehrfurcht nähert. Jeder soll wissen, dass dieser Baum einst Daphne war, meine erste große Liebe. – Hier.“

Apollo übergab Jupiter den grünen Zweig, den er die ganze Zeit über in der Hand gehalten hatte.

„Ein wirklich schönes Exemplar“, sagte Jupiter. „Um welche Art von Baum handelt es sich?“

„Es ist ein Lorbeer“, antwortete Apollo.

„Hm“, sagte Jupiter und betrachtete den Zweig genau. Dann hauchte er ihn mit seinem Atem an. Aus dem Zweig sprossen weitere Blätter hervor, er bog sich und verwandelte sich in einen Kranz. Jupiter legte Apollo den Kranz auf den Kopf.

„Mag Liebe dich besiegt haben, so bist doch du der Sieger. Denn wer liebt, siegt immer. Verlierer sind die, die niemals lieben. So soll dieser Kranz das Zeichen eines Siegers sein und du sollst ihn tragen, bis in alle Ewigkeit.“

Die Versammlung der Götter

Als Amor erwachte, spürte er starke Schmerzen in seinem rechten Ellenbogen. Ein furchtbarer Muskelkater zog sich von dort tief in seinen Rücken. Er reckte und streckte sich und erblickte den Stapel Pfeile, der schon sichtbar geschrumpft war. Ein wohliges Gefühl von Zufriedenheit erfüllte ihn.
Heute würde er damit fortfahren, die noch übrigen kämpfenden Truppen seines Vaters miteinander zu versöhnen. Amor schmunzelte.
Da erblickte er die rosafarbene Wolke seiner Mutter Venus.
„Was will die denn hier?“, grummelte Amor. Der Tag hatte so aussichtsreich begonnen. Warum musste seine Mutter ihm jetzt einen Besuch abstatten?
Venus winkte ihm schon von weitem zu. Kaum hatte ihre Wolke gestoppt, klappten sich Wattestufen aus und Venus eilte hinab. Sie umarmte ihren Sohn und drückte ihm einen dicken Kuss auf den Kopf.
„Ma“, murmelte Amor, sein Gesicht gepresst in den roten Stoff von Venus Gewand, „lass mich los!“
Venus ließ Amor frei. Er fuhr sich durch die Haare und sah seine Mutter ungläubig an. Venus seufzte und schickte sich an, ihren Sohn erneut zu umarmen.
Amor wich ein paar Schritte zurück.
„Äh, stopp mal: Was ist los?“
„Ach.“ Venus hielt theatralisch eine Hand an ihre Stirn. „Ach, mein kleiner Cupido! Ich habe dich so grausam und so falsch behandelt. Es tut mir unendlich leid. Ich weiß jetzt, dass das alles nicht deine Schuld war …“
Amor spitzte die Ohren. Das waren ja ganz neue Töne!
„Wie kommst du darauf?“
„Die Opfergaben“, sagte Venus. Sie stand auf und griff nach Amors Hand. „Du trägst keine Schuld daran. Es gibt auf der Erde eine Prinzessin, die sich für mich ausgegeben hat. Sie ist ein ganz fieses, hinterhältiges Ding.“
Amor riss erstaunt die Augen auf.
„Ein Mensch hat deine Opfergaben erhalten? Wie ist das möglich?“
„Ich weiß es nicht“, murmelte Venus verdrossen. „Aber ich weiß, was zu tun ist. Ich will, dass du dieses Ding findest und es mit dem schrecklichsten Ungeheuer verbindest, was sich auf der Erde findet. Bestrafe sie! Bestrafe sie so, dass niemand mehr auf die Idee kommt, meinen Platz einnehmen zu wollen! Tust du das, mein Schätzchen?“
Amor grinste. „Klar, kein Problem, Ma.“ Er wusste genau, in wen sich die Prinzessin verlieben würde. Was für ein genialer Tag! All seine Probleme schienen sich in Luft aufzulösen, – ganz nebenbei hatte er die perfekte Braut für Pluto gefunden!
„Danke“, sagte Venus und strich ihm lächelnd über die Wange. „Wie habe ich nur je an dir zweifeln können? Du bist so ein Guter!“
Amor strahlte über das ganze Gesicht. Es kam so selten vor, dass seine Mutter ihn lobte. Und noch seltener war er selbst stolz auf sich. Aber jetzt hatte er, fand er, allen Grund dazu.
„So und jetzt müssen wir zum Olymp“, fuhr Venus fort. „Mars ist außer sich. Jupiter hat alle Götter einberufen. Gestern Nacht haben sich merkwürdige Dinge ereignet.“
Schlagartig fiel Amors gute Laune in sich zusammen. „Was denn für Dinge?“, fragte er kleinlaut.
„Ich weiß es nicht, aber wir sollten uns beeilen.“

Um den Gipfel des Olymps drängten sich die Wolken der Götter. Fast jeder war der Einladung gefolgt. Die Versammlungen boten eine erheiternde Abwechslung zu den übrigen göttlichen Aufgaben. Vor allem, wenn es zu Streit kam. Und das war fast immer der Fall.
Die Plätze im großen, runden Saal Jupiters waren dicht besetzt. Ganz oben tobte die bunte Gefolgschaft des Hirtengottes Pan: Faune, Satyrn und ein paar Nymphen. Darunter saßen die neun Musen, unter ihnen entdeckte Amor Thalia und Kalliope. Es folgten fast alle wichtigen Götter des Pantheons. Ein aufgeregtes Plappern erfüllte die Luft.
Amor schob sich durch die Reihen, erwiderte Dianas Gruß und setzte sich zwischen Venus und Vulkanos, seinem Stiefvater. Vulkanos zog eine düstere Miene. Er schätzte es nicht, wenn seine Gattin Venus auf seinen Nebenbuhler Mars traf.
Aus der untersten Reihe löste sich die ehrwürdige Gestalt des alternden Göttervaters Jupiter. Er trat an die marmorne Säule in der Mitte des Halbkreises. Augenblicklich wurde es still im Saal. Jupiter begrüßte die Anwesenden und gebot Mars, sein Anliegen vorzutragen.
Das Gesicht des Kriegsgottes war verzerrt von Zorn, sein roter Umhang wehte, obwohl es windstill war. Seine Muskeln waren angespannt und drohten den eisernen Brustpanzer zu sprengen. Venus blickte verzückt auf das Geschehen und ignorierte Vulkanos eifersüchtigen Blick. Als Mars anhob zu sprechen, erfüllte seine gewaltige Stimme den gesamten Raum.
Amor sank ein wenig tiefer in seinen Platz.
„Unvorstellbare, unaussprechliche Dinge ereigneten sich in dieser Nacht. Ja, fast fehlen mir die Worte, die Geschehnisse zu beschreiben.“
Erregt fuhr Mars sich durch die Haare. Er hatte Schweißperlen auf der Stirn. Venus griff nach Amors Hand. „Dein armer Vater, so habe ich ihn noch nie gesehen!“
Das warnende Räuspern von Vulkanos entging zumindest Amor nicht.
„Ach, wird so schlimm schon nicht sein“, murmelte Amor beschwichtigend. Venus starrte wie hypnotisiert auf Mars. Sie leckte sich die Lippen und fasste sich keuchend an die Brust. Vulkanos Blick wurde immer finsterer.
Mars kämpfte um Worte. Schließlich spuckte er sie von sich, als wären es gefährliche Geschosse.
„Die Krieger, viele … fast alle … sie kämpfen nicht mehr. Im Gegenteil. Sie … lieben sich!“
Einen Moment lang sagte niemand ein Wort. Die Götter schüttelten verwundert die Köpfe. Hier und da zeigte sich ein Schmunzeln. Aus den oberen Reihen erklang leises Gelächter.
Venus hingegen hielt es nicht mehr auf ihrem Platz. Entrüstet rief sie: „Da gibt es nichts zu lachen! Das ist eine ernste Sache! Wahrscheinlich steckt etwas ganz Übles dahinter!“
„Ihr sagt es!“, rief Mars und warf ihr eine Kusshand zu. „Das Verhalten der Männer ist ungehörig, unschicklich, unsittlich! Wahrscheinlich droht ein Weltuntergang!“
„Es ist ein Geschehen wider der Natur!“, rief Venus errötend. „Nur Männer und Frauen sollten zusammen sein!“
„Ganz richtig!“, rief Mars. „ Frauen und Männer gehören zusammen! So ist es immer schon gewesen!“
Beide klatschten eifrig, bis ihnen auffiel, dass kaum jemand in den Applaus mit einstimmte.
In diesem Moment erhob sich Vulkanos, im Gesicht ganz schwarz vor Zorn.
„Ich wusste immer schon, dass du eine Memme bist!“, rief er in Richtung Mars.
Es folgten verschiedene Beleidigungen zwischen Vulkanos und Mars, während Venus versuchte zu beschwichtigen.
Aus den obersten Reihen juchzte es vergnüglich. Es waren die Satyrn, Faune und Nymphen, die sichtlich Spaß am Geschehen hatten. Als Vulkanos Mars mit eine Stück Kohle bewarf, gab es auch unter den Göttern kein Halten mehr.
Amor war das unendlich unangenehm. Seine Eltern machten sich zum Gespött dieser Versammlung. Und er trug die Schuld daran.
Jupiters weißes Haupt und ein kräftiger Donnerschlag sorgte dafür, dass der Streit ein abruptes Ende fand. Er trat an das Pult und gebot den Göttern zu schweigen.
„Kehren wir zurück zu deinem eigentlichen Anliegen, Mars“, sagte er, „Soweit ich mich entsinne, gibt es hier nur einen unter uns, der das Verhalten deiner Krieger erklären könnte, sofern es sich dabei wirklich um Liebe handelt.“
Amor hätte sich am liebsten unter dem roten Kleid seiner Mutter versteckt.
„Amor“, sagte Jupiter. „Würdest du deine Eltern bitte aufklären?“
Venus wurde schlagartig kalkweiß, selbst ihren Lippen entwich jegliche Farbe. Ihr Gesicht ähnelte dem einer Marmorstatue. „Amor?“, hauchte sie ungläubig.
Mars starrte seinen Sohn mit offenem Mund an. Die gesamte Spannung wich mit einem Mal aus seinem Körper und er sackte ein paar Zentimeter in sich zusammen.
Amor erhob sich zitternd. Es war ein merkwürdiges Gefühl. Alle Augenpaare waren auf ihn gerichtet. Jupiter nickte ihm ermutigend zu.
„Also, äh, ja. Ich hab das gemacht. Ich fand das nett. Liebe statt Krieg. Dachte, das ist gut. Tut mir leid, Pa, sorry, Ma!“
Stockend erklärte Amor, wie er darauf gekommen war, seine vielen Pfeile unter die Krieger zu bringen.
Die Faune, Satyrn und Nymphen stießen sich gegenseitig in die Seiten und kicherten vergnügt. Einige Götter klatschten Beifall.
Jupiter ließ ein Schmunzeln erkennen. Doch Amor plagten furchtbare Gewissensbisse. Er ballte seine Fäuste und schämte sich. Es war ihm unerträglich, dass seine Eltern so vorgeführt wurden.
„Das war bestimmt falsch! Bestraft mich!“, rief Amor. „Bitte!“
„Ich werde ein Urteil fällen“, sprach Jupiter und dachte kurz nach. „Du, Amor, sollst niemals wieder deine Pfeile in solchen Mengen unter die Truppen deines Vaters mischen. Es gibt ein unausgesprochenes Gebot, das besagt, die Arbeit eines anderen Gottes nicht zu stören.“
Jupiter fuhr grinsend fort: „Aber was die Liebe zwischen Männern generell anbelangt …Warum sollten die Menschen nicht in denselben Genuss kommen, wie euer aller Göttervater?“
Ein Raunen ging durch die Halle.
Jupiter nickte zufrieden.
„Ja, ihr habt richtig gehört. Es war zu einer Zeit, als die meisten von euch kaum ins Sein gerufen waren, da gab es einen jungen Mann namens Ganymed, der mir sehr zugetan war und ich ihm …“
„Genug davon“, fiel Juno ihrem Mann ins Wort. „Niemand hier will etwas von deinen Eskapaden hören!“
„Doch wir!“, riefen die Satyrn aufgeregt. „Ich auch!“, ließ der ein oder andere Gott seine Stimme verlauten.
„Unverschämtheit!“, kreischte Juno, „Raus! Alle miteinander!“
Jupiters Frau tobte. Das Gebäude begann zu wackeln.
„Ma, komm, es ist Zeit zu gehen.“ Amor zupfte Venus an ihrem Gewand. Seine Mutter wirkte wie versteinert, ließ sich aber aus dem Saal führen. Amor geleitete sie schuldbewusst zu ihrer Wolke. Er musste irgendetwas sagen.
„Ma, das ist doch … Liebe! Ich … Du kriegst bestimmt viele Opfergaben  … Ich habe mir nichts dabei gedacht … Ma, bitte verzeih mir! Es tut mir so leid! Ich werde dich nie wieder enttäuschen. Ich verspreche es. Ich habe einen Plan … Ich … “
Doch Venus schien ihren Sohn nicht zu hören. Sie stieg auf ihre Wolke und flog davon. Amor blickte ihr verzweifelt hinterher, während Junos zornige Stimme den gesamten Olymp erbeben ließ.

Amors Tagebuch (Part 2)

Rollei Digital Camera
Bild der Sonne aus Ostia Antica

So Leute, also heute habe ich mich echt angestrengt. Wirklich. Hab genau hingesehen und gezielt, damit ihr Frauen und Männer gut ineinander verliebt werdet. Flip, Flipp, Flipp ging das mit den Pfeilen. Immer mitten rein in die Herzen!

Apollo, mein bester Freund hier oben, hat übrigens eine neue Karre. Man, ich will auch so ein Teil!

Aber mein Papa, der Kriegsgott Mars, erlaubt es nicht. Mit einer total bescheuerten Erklärung:

»Amor, du brauchst keinen Wagen.«
»Aber Apollo hat auch einen.«
»Der zieht die Sonne. Der braucht auch einen.«
»Aber, aber … ich muss auch voll viel rumfliegen, wegen der Lie… also wegen dem Schießen und so.«
»So ein Teil ist ziemlich kostspielig.«
»Ja, und?«
»Ich bin nicht Krösus, frag doch deinen Großvater.«
»Kannst du ihn nicht fragen?«
»Wer will denn einen Wagen?«

Und meine Mama Venus, ihres Zeichens Liebesgöttin, erlaubt es auch nicht. Mit einer noch bescheuerteren Erklärung.

»Amor, du brauchst keinen Wagen.«
»Aber Apollo hat auch einen.«
»Du kannst selber fliegen.«
»Aber, aber … ich könnte viel schneller fliegen, wenn …«
»Wenn du schneller fliegen willst, dann steht dir der Zephyr zur Seite.«
»Aber das ist nur ein blöder Wind! Ich will ne richtige Karre, so mit Gold und Felgen und so!«
»Schlag dir das aus dem Kopf. Du hast alles, was du für deine Aufgabe brauchst und jetzt marschier ab und sorge für Liebe!«

Die haben echt keine Vorstellung. Mit dem Zephyr nach Westen zu gelangen ist mega anstrengend. Ist halt ein Westwind, kommt also von dort, fliegt nur nach Osten.
Im Osten startete Apollo jeden Morgen. Und nur weil der die Sonne zieht, kriegt der von seinem Papa, also meinem Opa Jupiter, alles in den Ar… geschoben. Dabei bin ich der Enkel!

Und ich habe noch nie was von Opa gekriegt! Ungerecht!

https://lehmofen.wordpress.com/2015/05/13/amors-tagebuch-part-1/